Mit dem 61. Todesopfer, Motorrad-Fahrer Jorge Martinez Boero aus Argentinien, hat bei der 33. Rallye Dakar bereits auf der ersten Etappe der ganz normale Wahnsinn eingesetzt. Jetzt melden sich Größen aus dem Motorsport mit vehementer Kritik an dem ohnehin umstrittenen Event.
So sagt Walter Röhrl, zweimaliger Rallye-Weltmeister: „Der erneute Todesfall wirft einen Schatten auf den ganzen Rallyesport, der, was die WM angeht, nicht in der Kritik steht.“
Das Problem sei, dass der „normale Mensch“ nicht zwischen der Dakar und zum Beispiel einer Rallye Monte Carlo unterscheide, denn: „Das Risiko bei der Rallye Dakar ist sicher um ein Vielfaches höher. Sie ist eigentlich mehr für Privatfahrer gedacht, die ein Abenteuer suchen.“ Das dann oft tödlich endet!
Auch Ex-Formel-1-Pilot Christian Danner hält von der Veranstaltung, die nach Terrordrohungen 2009 aus der afrikanischen Wüste nach Südamerika verlegt wurde, nichts. Die Opfer seien zu hoch.
„Das schadet dem guten Ruf des Motorsports. Was da abläuft, ist ohne Netz und doppelten Boden“, sagte der 52-Jährige als RTL-Motorsportexperte. Er vermisst bei Veranstaltungen wie der Rallye Dakar den Anspruch, den Motorsport auf ein vernünftiges Sicherheitsniveau zu bringen.
„Stattdessen ballern die in halsbrecherischer Manier durch die Landschaft. Als Freund des Motorsports schmerzt es mich sehr, wenn ich diese Bilder sehe.“ Am Neujahrstag war Martinez den Verletzungen erlegen, die er bei einem Unfall auf der ersten Etappe erlitten hatte. Er wurde nur 38 Jahre alt.
Motorsport-Legende Hans-Joachim Stuck kann die Kritik hingegen nicht nachvollziehen. „Bei einem der letzten Motorsport-Abenteuer der Welt weiß jeder, auf was er sich einlässt. Deshalb darf man die Veranstaltung nicht infrage stellen.“
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