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Rabatte wie noch nie: Darum werden jetzt Autos verramscht

Preisverfall ohne Ende: Die Hersteller unterbieten sich gegenseitig.
Preisverfall ohne Ende: Die Hersteller unterbieten sich gegenseitig.
Foto: dpa
Duisburg –  

Anhaltend gute Aussichten für Autokäufer – doch ganz schlechte für die deutsche Wirtschaft: Mit immer höheren Rabatten versuchen die Autohersteller, den miesen Absatz anzukurbeln.

Satte 35 Prozent Nachlass für einen Opel Corsa, 30 für einen Honda Civic, 29 für einen VW Up, 27 für einen Fiat Punto: Sparfüchse finden auf Händlerseiten und im Internet zum Teil erhebliche Rabatte.

„Noch nie war der Preiskampf so hart“, so eine Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer und seines Centers Automotive Research.

Seit sieben Jahren haben die Autobauer in Deutschland nicht mehr derartige Rabatte gewährt. Geholfen hat es nicht: Bei der Zahl privater Neuwagenzulassungen gibt’s einen Negativrekord – seit zehn Jahren waren die autoversessenen Deutschen nicht mehr solche Kaufmuffel.

In der Krise muss der Autokauf warten

„Dies ist ein Zeichen, dass sich im deutschen Automarkt Rezession breitmacht“, so Dudenhöffer in der „FAZ“. Einer der Gründe: Hersteller wie Fiat, Peugeot/Citroën und Opel setzen die meisten Autos in Europa ab – doch ob Spanien, Italien oder Griechenland: In der Krise muss der Autokauf warten. „Die Menschen in diesen Ländern haben ganz andere Probleme, als ein neues Auto zu kaufen“, so Dudenhöffer.

Der Absatzeinbruch ist dramatisch: Mit 700.000 verkauften Neuwagen rechnet Dudenhöffer 2012 in Spanien – „Im Jahr 2007 waren es noch 1,6 Millionen!“ Die Folgen sind nicht minder dramatisch: Der französische PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) bereitet Werksschließungen und Massenentlassungen vor, Opel steht kaum besser da, tauschte gerade mal wieder den Chef aus.

Dudenhöffer: „In fünf Jahren werden wir die Automobilindustrie nicht wiedererkennen. Viele mittelständische Zulieferer, gerade in Südeuropa, werden verschwinden.“ Doch auch die auffallend hohe Zahl von Tageszulassungen belegt die Not vieler Hersteller: 28,4 Prozent aller Neuwagen waren im April mit „taktischen Neuzulassungen“ auf den Markt gekommen.

Cabrios für einen Spottpreis

Den Händlern ermöglicht das satte Nachlässe – doch die vielen Autos in den Showrooms erhöhen auch den Druck weiter – schließlich müssen sie bald wieder vom Hof. Dass die Sorgen längst auch Wolfsburg erreicht haben, zeigen die auffallend hohen Rabatte beim Marktführer VW: Bis zu 24 Prozent gibt’s auf einen Golf.

„Insbesondere VW verschärft den Rabattwettbewerb“, so Dudenhöffer. „Vollkommener Quatsch“ heißt es beim Hersteller. Dementiert wird so aber nur, dass es sich um eine Konzernstrategie handelt. Die enormen Nachlässe im eigenen Händlernetz werden eben nicht bestritten.

Heitere Aussichten bieten sich im Moment für unverzagte Sommerfans: Cabrios sind oft für einen Spottpreis zu haben. Im Dauerregen sind viele Tageszulassungen bei den Händlern stehen geblieben. Kurzentschlossene können in Tagesfrist mit einem Cabrio zum Sonderpreis in den nun endlich versprochenen Sommer kurven.

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