Mit Sommerreifen ausgerüstete Lastwagen haben diese Woche die A45 komplett lahmgelegt. Kein Einzelfall: Immer wieder kommt es bei Eis und Schnee zu Unfällen, weil Fahrzeuge nicht über eine „witterungsangepasste“ Bereifung verfügen. Die schreibt die Straßenverkehrsordnung zwar vor, eine klare Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland aber nicht. Genau das fordern Politiker jetzt im EXPRESS.
„Die indirekte Winterreifenpflicht reicht nicht aus“, erklärt Grünen-Verkehrsexpertin Bettina Herlitzius:. „Wir stellen uns eine gesetzliche Regelung mit eindeutigen Vorschriften für einen bestimmten Zeitraum vor. Denkbar ist eine verbindliche Anordnung von Winterreifen von Dezember bis Februar, möglicherweise differenziert nach Bundesländern.“
Auch Lkw hat Herlitzius im Visier: „Gerade die Lastwagen verursachen das Chaos auf Straßen. Viele Spediteure nehmen das Risiko des Bußgeldes in Kauf und lassen mit Sommerreifen fahren. Das ist unverantwortlich. Hier müsste der Bußgeldrahmen erhöht werden.“
Für eine generelle Winterreifenpflicht spricht sich auch Uwe Beckmeyer, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, aus. Vorher gilt es allerdings noch, eine Hürde zu überwinden: „Es gibt keine einheitliche EU-Norm, was eigentlich Winterreifen sind. Hier ist Europa mal wirklich gefragt. Unabhängige Technik-Tests müssen zeigen, was als Winterreifen zählt und somit schon bei absehbarem Schnee oder Glätte zwingend zu benutzen ist. Die Straßenverkehrsordnung ist derzeit zu schwammig und die bisherige M+S-Kennzeichnung nicht ausreichend.“
M+S steht für „Matsch und Schnee“. Allerdings gibt es auch Sommerreifen, die dieses Zeichen tragen. Auch die FDP strebt daher eine europaweite Regelung an. Deren verkehrspolitischer Sprecher Patrick Döring sagt: „Gerade dieser Winter zeigt, wie wichtig eine wintertaugliche Bereifung ist.“
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