Köln/Hannover - Im Kampf gegen Raser, Drängler, Gurtmuffel und Während-der-Fahrt-Telefonierer hat die Autobahnpolizei jetzt eine mächtige Waffe.
Sie hört auf den Namen VKS 3.1, besteht aus vier Kameras und deckt jede Verkehrssünde gnadenlos auf. Die Autofahrer bekommen davon fast nie etwas mit.
Die Kameras sind winzig, sehen aber alles. Vier Kameras (zwei auf Brücken, eine am Straßenrand, eine auf einer Anhöhe) spannen ein digitales Netz auf, zwei Kameras messen Geschwindigkeit und Abstand der Fahrzeuge auf einer Strecke von 400 bis 500 Metern, die dritte dient als Referenzkamera, die vierte der Identifikation des Fahrers.
Sie zeigt auch, ob der Fahrer angeschnallt ist oder ein Handy am Ohr hat. „Eine Software wertet die Aufnahmen automatisch“, heißt es bei der Herstellerfirma Vidit. Bevor ein Bußgeldbescheid rausgeht, müssen Beamte das Material noch einmal kurz überprüfen.
Auch Verstöße gegen ein Überholverbot entlarvt VKS 3.1 ebenso wie Lkw-Fahrer, die sich sinnlose Elefantenrennen liefern. Das System ist schon erprobt, die neueste Software seit kurzem im Einsatz.
Das Innenministerium NRW bestätigt: Alle Autobahnpolizei-Direktionen nutzen VKS 3.1 - auch die in Düsseldorf und Köln. Ebenso die Kollegen in Niedersachsen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. 50.000 bis 100.000 Euro kostet das System, das für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll.
„Wir haben allein in den ersten fünf Monaten 1.936 Verstöße festgestellt“, so Thorsten Schiewe von der Polizei Hannover.
Wo die neuen Superblitzer genau lauern, verraten die Beamten nicht. Fakt ist: Sie können nicht an beliebigen Stellen eingesetzt werden. „Es müssen Referenzmarkierungen angebracht werden“, sagt Schiewe. Rillen am Seitenstreifen, die Autofahrer nur bei genauem Hinschauen erkennen können.
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