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Aktuelle Bilanz: Landstraßen bleiben größte Todesfallen

60 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland sind 2012 auf Landstraßen ums Leben gekommen.
60 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland sind 2012 auf Landstraßen ums Leben gekommen.
Foto: ACE

Bei Unfällen auf deutschen Straßen sind 2012 3.600 Menschen verstorben – so wenige wie noch nie seit 1950. Gegenüber 2011 nahm die Zahl um 10,2 Prozent oder 409 Menschen ab. Am unfallträchtigsten bleiben Landstraßen außerorts.

„Die Zahl der Verkehrstoten war 2012 so niedrig wie noch nie seit 1950“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), Roderich Egeler, bei der Pressekonferenz zur „Unfallentwicklung auf deutschen Straßen 2012“. Im Jahr 2011 hatte es entgegen dem langfristigen Trend einen Anstieg der Verkehrstoten gegeben.

EU-weit kamen 2012 rund 27.800 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, das waren 8 Prozent weniger als 2011. Mit 44 Getöteten je eine Million Einwohner lag Deutschland innerhalb der 27 EU-Länder auf dem achten Platz.

Landstraßen am gefährlichsten

Die Idylle der Landschaft täuscht: Landstraßen sind oft unfallgefährliche Strecken.
Die Idylle der Landschaft täuscht: Landstraßen sind oft unfallgefährliche Strecken.
Foto: ACE

Trotz aller Erfolge bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit dürfe nicht vergessen werden, dass immer noch durchschnittlich 10 Menschen täglich im Straßenverkehr getötet und rund 1.000 verletzt werden, betonte Roderich Egeler.
Die meisten Todesopfer gibt es auf Landstraßen außerorts: Im Jahr 2012 waren es 2 151 Menschen oder 59,8 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmer. Auf Autobahnen starben 387 Menschen, das waren 10,8 Prozent aller Verkehrstoten. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Getöteten auf Autobahnen mit - 14,6 Prozent am stärksten zurück.

Schlimmste Unfälle durch Raser

Die schlimmsten Folgen haben nach wie vor Unfälle durch „nicht angepasste Geschwindigkeit“: 37,0 Prozent aller Todesopfer im Straßenverkehr 2012 gingen auf diese Unfallursache zurück, auf den Autobahnen war es sogar fast die Hälfte.

Risiko für Kinder

Die Zahl der 2012 im Straßenverkehr getöteten Kinder unter 15 Jahren sank im Vergleich zum Vorjahr um 15,1 Prozent auf 73. Das Risiko für Kinder, im Straßenverkehr zu sterben, lag im Jahr 2012 bei 7 Kindern je eine Million Einwohner.

Risiko für junge Erwachsene

Nach der Disco vor den Baum: Hier stellt der ADAC einen typischen Unfall auf Landstraßen nach.
Nach der Disco vor den Baum: Hier stellt der ADAC einen typischen Unfall auf Landstraßen nach.
Foto: ADAC

Die günstigste Entwicklung bei der Zahl der Unfallopfer im Jahr 2012 gab es bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren: Die Zahl der Verkehrstoten ging in dieser Altersgruppe um 17,1 Prozent auf 611 zurück. Dennoch waren die 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2012 immer noch mit Abstand am stärksten gefährdet: Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Risiko in dieser Altersgruppe mit 92 Getöteten je eine Million Einwohner mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Altersgruppen (44 Getötete je eine Million Einwohner).

Risiko für Senioren

Auch bei den Senioren ab 65 Jahren hat sich die Zahl der Getöteten gegenüber 2011 mit einer Abnahme um 4,8 Prozent auf 994 Personen positiv entwickelt, wenngleich der Rückgang unter dem Durchschnitt lag. Mit 59 getöteten Senioren je eine Million Einwohner hat diese Altersgruppe das zweithöchste Risiko, Opfer des Straßenverkehrs zu werden.

Entwicklung über 20 Jahre

In den letzten 20 Jahren ist das Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, gemessen am jeweiligen Bevölkerungsanteil für die Kinder am stärksten gesunken (- 81,3 Prozent). Aber auch bei den 18- bis 24-Jährigen hat sich das Sterberisiko überdurchschnittlich verringert (- 71,5 Prozent).

Mit einem Minus von 59,7 Prozent war der Rückgang bei den Senioren deutlich geringer. Insgesamt ist der Anteil der Senioren an allen Todesopfern gestiegen: War 1992 jeder sechste Getötete im Straßenverkehr mindestens 65 Jahre alt, so war es im Jahr 2012 bereits mehr als jeder vierte. (dmn, destatis)

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