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Diesel statt Benzin: Falscher Sprit im Tank – und jetzt?

Hat man erst einmal den falschen Sprit getankt, ist die Mühe groß, Schaden vom Auto abzuwenden. Meist muss der Kraftstoff abgepumpt werden.
Hat man erst einmal den falschen Sprit getankt, ist die Mühe groß, Schaden vom Auto abzuwenden. Meist muss der Kraftstoff abgepumpt werden.
Foto: Allianz/auto-reporter

Falschen Sprit getankt und den Motor hingerichtet? Dann setzen Sie eben die Reparatur als Werbungskosten ab. Ein aktuelles Urteil zeigt, dass es möglich ist. Besser ist natürlich, man lässt es erst gar nicht so weit kommen.

Ein Arbeitnehmer tankt auf dem Weg zur Arbeit aus Versehen Diesel statt Benzin. Nachdem er während der Fahrt das Missgeschick wegen des „ruckelnden“ Motors bemerkt und es noch bis zur Werkstatt schafft, muss das Auto für rund 4.300 Euro repariert werden. Diesen Aufwand kann der Fahrer als Werbungskosten vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen.

Das Niedersächsische Finanzgericht ist der Ansicht, dass neben der Entfernungspauschale (die ja pauschal die Kosten für die Arbeitswege abdecken soll) derartige Reparaturkosten geltend gemacht werden dürften. Schließlich habe die Finanzverwaltung regelmäßig auch Unfallkosten – neben der Pauschale – anerkannt (Niedersächsisches FG, 9 K 218/12).

Fehlbetankung ist nicht selten

Dass der falsche Sprit getankt wird, kommt gar nicht so selten vor. Bekannt wurde der Fall von US-Präsident Barack Obama, dessen Staatskarosse in Israel falsch betankt worden war. Weniger bekannt sind dagegen die etwa 20.000 Fälle, in denen allein der ADAC 2012 ausrücken musste, um nach falscher Betankung teure Motorschäden zu verhindern.

Die Ursachen für diese Verwechslungen sind vielfältig. Oft sorgen verschiedene Spritsorten mit exotisch-werbewirksamen Namen an den Tankstellen für Verwirrung. Eine Zuordnung zu Diesel oder Benzin ist dabei nicht immer ganz leicht. Hinzu kommen riesige, ablenkende Werbeaufkleber. Zudem lassen sich moderne Dieselmotoren am Motorengeräusch oft nicht mehr von Benzinern unterscheiden.

Wo passt welche Zapfpistole?

Benzin im Tank eines Diesel-Fahrzeugs heißt: Der Motor bleibt aus! Sonst drohen schwere Schäden.
Benzin im Tank eines Diesel-Fahrzeugs heißt: Der Motor bleibt aus! Sonst drohen schwere Schäden.
Foto: dpa

Die meisten Dieselfahrzeuge können irrtümlich mit Benzin betankt werden, da der Durchmesser der Benzin-Zapfpistole kleiner ist als der Diesel-Einfüllstutzen. Bei vielen Benzinern passt hingegen die Diesel-Zapfpistole nicht. Allerdings gibt es auch Modelle, bei denen Benziner versehentlich mit Diesel betankt werden können, zum Beispiel der Golf V, Skoda Octavia II, Citroen C1 und C4.

Auch die Betankung aus dem Kanister birgt ein Risiko, da Kanister oft kleine Einfüllrüssel haben, die sowohl in Benzin- als auch Diesel-Tankstutzen passen. In einem solchen Fall sollte man besonders darauf achten, dass auch wirklich der richtige Treibstoff eingefüllt wird.

Benzin im Diesel-Fahrzeug

Haben Sie aus Versehen ein Diesel-Fahrzeug mit Benzin betankt, dann sollten Sie auf keinen Fall den Motor anlassen. Sehen Sie in der Betriebsanleitung nach: Für ältere Diesel-Fahrzeuge (Wirbel- oder Vorkammer-Diesel, nicht Direkteinspritzer) sind einige wenige Liter Benzin zusammen mit einer ausreichenden Diesel-Restmenge meist nicht schädlich, erläutert der ADAC.

Modernere Common-Rail- und Pumpe-Düse-Triebwerke (seit etwa 2000 am Markt) nehmen durch Benzin allerdings leicht Schaden, weil das Benzin den notwendigen Diesel-Schmierfilm zerstört. Haben Sie den Motor noch nicht angelassen, reicht es, den Kraftstoff abzupumpen. Doch ist der Motor schon mit Benzin gelaufen, kann ein Austausch des gesamten Einspritzsystems einschließlich Hochdruckpumpe, Injektoren, Kraftstoffleitungen und Tank erforderlich sein. Das kostet bis zu mehreren tausend Euro.

Diesel im Benzin kann zu Schäden an der Einspritzanlage führen.
Diesel im Benzin kann zu Schäden an der Einspritzanlage führen.
Foto: dpa

Diesel im Benziner

Falls Sie versehentlich einen Benziner mit Diesel betankt haben, sollten Sie schon bei geringen Mengen den Motor nicht mehr starten. Wenn Sie in der Betriebsanleitung keine Hinweise finden, rufen Sie bei einer Werkstatt des Herstellers an.
Je nach Motor und getankter Kraftstoffmenge können Sie behutsam weiterfahren und allmählich den richtigen Kraftstoff nachtanken. Meist muss aber der Tank leergepumpt werden. Auch beim Benziner drohen bei Fehlbetankung Schäden an der Einspritzanlage.

Normalbenzin statt Super

Wer sich beim Benzin in der Sorte irrt, hat in der Regel nichts zu befürchten, solange das Fahrzeug nicht unter erhöhter Belastung gefahren wird, also zum Beispiel mit Vollgas oder als Zugfahrzeug für einen Anhänger.


Gleich geht s weiter: Bitte einfach kurz die Frage zum Spot beantworten.

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