Als er am Nachmittag mit seinem weißen Audi Q 5 aus dem Borussia-Park düst, hat Marco Reus den völlig enttäuschten Gesichtsausdruck gleich doppelt verborgen - unter einer Baseball-Mütze und einem grauem Kapuzen-Shirt.
Dass er bereits zum 4. Mal unfreiwillig Bundestrainer Jogi Löw eine Absage erteilen muss, kann Gladbachs Offensiv-Rakete kaum fassen. Der Frust über den DFB-Fluch sitzt so tief, dass der 22-Jährige auch nicht viel reden will: „Für mich ist das sehr, sehr ärgerlich. Ich habe mich auf die Tage bei der Nationalmannschaft gefreut und hatte große Hoffnung, dass es diesmal mit meinem ersten Länderspiel klappt.“
Das Reus-Drama nimmt bereits am Morgen nach der unglücklichen 0:1-Pleite auf Schalke seinen Lauf. Eine Untersuchung ergibt, dass eine Schambeinreizung mit Adduktoren-Problemen die Teilnahme am EM-Qualifikationsspiel Freitagabend gegen Österreich in Gelsenkirchen unmöglich macht.
Statt zum Treffpunkt mit der Löw-Truppe im Düsseldorfer Hyatt-Hotel fährt Reus am Abend noch mal zu einem Spezialisten ins Mönchenladbacher Krankenhaus Maria Hilf. Marco, der nicht zum ersten Mal über Adduktoren-Probleme klagt, tut alles dafür, um bis zum nächsten Heimspiel der Fohlen gegen Kaiserslautern wieder fit zu werden.
VfL-Coach Lucien Favre: „Es ist einfach unglaublich. Immer wenn Marco zur Nationalmannschaft eingeladen wird, passiert so etwas. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist.“
Sorgen muss sich der Fußball-Professor auch um einen weiteren Jungstar: Marc-André ter Stegen macht eine Muskelverletzung an der rechten Wade zu schaffen - das Debüt in der U21-Nationalelf fällt flach.
Der Keeper: „Die Stelle ist unterhalb des Wadenbeinköpfchens. Leichte Probleme hatte ich schon vorm Spiel auf Schalke.“ Bei seinem Wusel-Tor hat Raúl ter Stegen genau an der Wade erwischt. Marc-André: „Ich hätte mir gewünscht, ich hätte den Ball gehalten und danach die Schmerzen gehabt. Dann wär’s mir egal gewesen.“
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
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Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.