Martin Stranzl ist Borussias Mister Zuverlässig.
Seit Wochen spielt der Österreicher bärenstark, hat zusammen mit Dante großen Anteil daran, dass die Gladbacher Abwehr (9 Gegentore) zu den besten der Liga zählt und die Höhenflug-Fohlen von Europa träumen dürfen.
Letzte Zitter-Saison galt Borussias Abwehr noch als Schießbude, nun zählt die Hintermannschaft zu den Top 3 der Liga. Wie geht das?
Durch Arbeit, Arbeit, Arbeit! Der Trainer legt sehr viel Wert auf Details. Jeder Spieler muss auch für die Defensive arbeiten und alle nehmen das an, das ist sehr wichtig. Wir wollen alle gemeinsam erfolgreich sein und geben entsprechend Gas.
Borussia liegt nach 12. Spieltagen auf Platz vier in der Tabelle. Ist die Mannschaft reif für Europa?
Wir wollen so schnell wie möglich die Punkte sammeln und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wir sind auf einem sehr guten Weg, haben nach der Länderspielpause mit Bremen, Köln und Dortmund allerdings drei ganz schwere Spiele vor der Brust.
Warum so bescheiden?
Wir wissen ja noch alle, was letztes Jahr passiert ist und wo wir herkommen. Deshalb wird niemand von uns kopflos sondern alle sind konzentriert – das ist aus meiner Sicht auch Teil des Erfolges. Es ist wichtig, dass wir das im Hinterkopf haben, der
Trainer nimmt da sehr viel Einfluss drauf. Auch die erfahrenen Spieler - wir sprechen das immer wieder an.
Was zeichnet Borussia besonders aus?
Es ist alles eine Charaktersache, und wenn das letztes Jahr nicht gepasst hätte, hätten wir das mit der Rettung nie hingekriegt. Deshalb sind wir jetzt auch da, wo wir sind. Es stimmt in der Mannschaft einfach.
Klingt, als mache Ihnen der Job derzeit richtig Spaß?
Ja, klar! Es macht wirklich richtig Spaß, wenn man sieht, dass das, was der Trainer vorgibt, angenommen wird. Dass da wirklich alle an einem Strang ziehen, das ist ja das wirklich Schöne. Es ist eine richtige Entwicklung zu erkennen - auch bei Marco Reus und den anderen Spielern.
Sie selbst zählen seit Wochen und Monaten zu den absoluten Leistungsträgern, genießen einen hohen Stellenwert im Klub…
Es tut jedem Spieler gut, wenn positiv über einen gesprochen und berichtet wird. Das ist klar, das ist menschlich. Man muss nur wissen, wie man richtig damit umgeht und nicht zu fliegen anfangen.
Es läuft derzeit richtig gut im Klub, dennoch wollen sie nach Vertragsende 2013 aufhören. Warum?
Bis dahin sind ja noch zwei Jahre. Es sind viele Faktoren entscheidend. Der Kleine kommt dann in die Schule, ich war dann fast 17 Jahre von zu Hause weg. Ich möchte einfach nicht den Absprung verpassen, möchte dann aufhören, wenn ich noch sagen kann: Ich kann gut mithalten. Ich bin schon lange genug in dem Geschäft, ich kann das ganz gut einschätzen vom Körper her. Deshalb habe ich das schon so früh gesagt.
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