Michael Frontzeck sprang vor Freude Christofer Heimeroth an. Mo Idrissou schnappte sich das Megafon und startete die Humba. 5000 begeisterte Borussia-Anhänger intonierten „Die Nummer 1 am Rhein sind wir.“
Mit Fohlen-Fußball schönster Art nahmen die Gladbacher ausgerechnet die Mannschaft von Borussias Rekord-Torjäger Jupp Heynckes 6:3 auseinander. „Das war ein außergewöhnlicher Tag für uns. Meine Mannschaft hat ein fantastisches Spiel gemacht“, feierte Frontzeck das Ende der 16-jährigen Gladbacher Sieglos-Serie bei Bayer.
Sein Lehrmeister legte den Finger in Leverkusens Wunden: „Wir haben in der gesamten Defensiv-Organisation gepatzt und dem Gegner zu viele Freiräume gelassen. Wir haben Gladbach zu einer Party eingeladen“, befand ein enttäuschter Heynckes.
Die Fohlen machten dagegen mit zwei Viererketten zunächst hinten dicht, überrannten dann Leverkusen und konterten eiskalt. Frontzeck völlig begeistert: „Das hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gedacht. Wir haben für unsere Verhältnisse fast perfekt nach vorne gespielt.“
Das Umschalten von Abwehr auf Angriff – eine Augenweide. Der schnelle Patrick Herrmann schlug mit dem ersten Doppelpack seiner Karriere über die rechte Außenbahn zu. Verteidiger Roel Brouwers staubte einen Distanzschuss von Thorben Marx ab.
Über links leitete Juan Arango drei Treffer ein und machte nach seinem ersten Freistoßtor für Gladbach auch noch den Diver. Idrissou grätschte am Bayer-Strafraum, bediente Herrmann doppelt und traf auch noch selbst. Marco Reus krönte seinen Klasse-Auftritt mit dem Treffer zum 6:2.
Herzlich willkommen beim Tag des „offenen Adler-Tores!“ Leverkusen kassierte in über 31 Jahren Bundesliga noch nie sechs Heimgegentore. Borussia ist auswärts plötzlich wieder eine Torfabrik - wie zuletzt unter Heynckes 1987. Ein wahrhaft denkwürdiger Auftritt.
„Ich weiß nicht, ob der Michael das hören möchte“, fühlte sich Jupp an seine Fohlen-Zeit erinnert. „Möchte ich nicht“, bremste Frontzeck die Euphorie.
Doch Heynckes schwärmte von seiner alten Liebe: „Gladbach hat klasse gespielt. Hochverdient gewonnen. Schöne Tore herausgespielt. Es war auch ein Sonntagsschuss von Herrmann dabei. Da passte alles – sogar Arangos Freistoß.“
Zweifelhafter Elfer ebnet Gladbach Weg ins Halbfinale
Mit einem umstrittenen Foulelfmeter brachte Filip Daems die Fohlen in Front (101.), Oscar Wendt beendete schließlich die Träume von Hertha BSC vom ersten Endspiel im eigenen Stadion.
Hoppla! Beckenbauer flirtet mit Favre
„Kaiser“ Franz Beckenbauer kann sich Mönchengladbachs Erfolgscoach Lucien Favre auch gut beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München vorstellen.
Favres Plan: Über Hertha ins Finale nach Berlin
Lucien Favre fiebert seiner zweiten Rückkehr ins Olympiastadion entgegen. Mit dem FC Zürich holte er 2005 den Pokal und die Meistertitel 2006, 2007...