Empfehlen | Drucken | Kontakt17.02.2012 - 20:11 Uhr

Shooting-Star: Stürmt Herrmann über den Teufels-Berg zu Jogi Löw?

Von ACHIM MÜLLER und AXEL STRÖTKER
Shooting-Star Patrick Herrmann.
Shooting-Star Patrick Herrmann.
Foto: dpa
Mönchengladbach –  

Lucien Favre hat längst das Feierabend-Signal gegeben, aber „Flaco“ Herrmann kann sich von seinem besten Freund, dem Fußball, nicht trennen.

Patrick macht ein paar Dribbel-Tricks, ehe er die Kugel gefühlte 50-mal hochhält, schließlich bolzt er nach Herzenslust aufs leere Tor. Dann ist auch für „Flaco“ Schluss. „Ich freue mich schon auf Samstag, auf das Spiel beim 1. FC Kaiserslautern“, sagt der Offensiv-Wirbler und grinst frech. Zu den Roten Teufeln hat er eine ganz besondere Beziehung. „Ich habe auf dem Betzenberg mein erstes Bundesligaspiel gesehen. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Gegen Bremen – und Miroslav Klose macht das entscheidende Tor zum 1:0“, verrät Herrmann.

Bundestrainer Jogi Löw beklatscht Tore von  Patrick Herrmann.
Bundestrainer Jogi Löw beklatscht Tore von Patrick Herrmann.
Foto: dpa

Das war Ende April 2003. Der damals gerade zwölfjährige Patrick, im rund 75 Kilometer entfernten Uchtelfangen aufgewachsen, pilgerte mit mehreren Kumpels zum Betzenberg. „Wir sind mit dem Auto hingefahren worden. Bei uns gab es viele FCK-Fans, Kaiserslautern ist nicht so weit weg“, so Patrick. „Ich bin gerne hingefahren, um Bundesliga zu gucken. Ich stand sogar in der Fankurve. Viele Freunde von mir sind FCK-Fans, haben eine Dauerkarte – und sind am Samstag gegen uns natürlich im Stadion. Auch meine Familie.“

Klingt fast nach einem Heimspiel für Herrmann. Der weiß, was ihn und die anderen Höhenflug-Fohlen in der Betze-Hölle erwarten. „Das ist ein Hexenkessel mit einer tollen Atmosphäre. Das sind sehr unangenehme Spiele dort.“

Stimmt. Seit 16 Jahren hat Gladbach da nichts mehr geholt. Gut, dass Flügelflitzer „Flaco“ (5 Tore / 8 Vorlagen) in einer bärenstarken Form ist. Trumpft er auch bei seiner alten Liebe FCK so groß auf wie in den vergangenen Monaten, könnte es gut sein, dass Bundestrainer Jogi Löw ihn am Mittwoch für das Länderspiel am 29. Februar in Bremen gegen Frankreich nominiert. „Mit solchen Dingen beschäftige ich mich gar nicht“, hält Patrick den Ball flach. „Das ist noch weit weg, erst mal bei Borussia dauerhaft Stammspieler werden.“ Er sagt aber auch: „Die Nationalelf ist für jeden Fußballer ein Traum.“

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