Empfehlen | Drucken | Kontakt04.12.2011 - 13:43 Uhr

Sechs Gründe: Favre-Vorgänger Frontzeck erklärt den Gladbacher Aufschwung

Von MICHAEL FRONTZECK
Michael Frontzeck sagt: Der Gladbacher Erfolg ist kein Zufall.
Michael Frontzeck sagt: Der Gladbacher Erfolg ist kein Zufall.
Foto: dpa
Mönchengladbach –  

Michael Frontzeck, Vorgänger von Lucien Favre als Trainer von Borussia Mönchengladbach, spricht voller Anerkennung über die Arbeit seines Nachfolgers. In einer Kolumne für die Nachrichtenagentur dapd schreibt Frontzeck (47): Gladbach steht zu Recht da, wo es steht. Das zeigte auch das Spiel gegen den amtierenden Meister. Zwar hatte Dortmund mehr vom Spiel, war dem Sieg näher, aber spielte nicht konsequent genug auf den zweiten Treffer.

Gladbach hat an seine Chance geglaubt und durch Mike Hanke herrlich genutzt. So war es ein sehr intensives Spiel auf Augenhöhe, das Gladbachs Ambitionen untermauerte, in dieser Saison zu den Topteams zu gehören. Nach den Siegen über Bayern und Bremen nun das 1:1 gegen den Meister - das alles ist kein Zufall.

Gladbach bleibt damit die Überraschungsmannschaft der Saison. So wie es im Vorjahr Hannover und Mainz waren, davor Wolfsburg mit der Meisterschaft. Lautern wurde sogar mal als Aufsteiger Deutscher Meister.

In diesem Jahr hat Gladbach das Zeug dazu, unter den Top 5 zu bleiben und damit endlich mal wieder internationale Spiele in den Borussia-Park zu holen.

Viele Fußballfans rätseln nach wie vor: Wie ist das möglich, binnen zwölf Monaten vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam zu werden? Aber wer die Borussia kennt, der weiß: Das ist kein Zufall, das ist kontinuierliche Arbeit und die Summierung von vielen Faktoren.

Sechs Gründe für den Gladbacher Aufschwung

Relegation

Der Erfolg über Bochum verbunden mit dem Klassenerhalt wirkt wie eine Befreiung. Wer mit dem Rücken an der Wand steht, da die Nerven behält und sich durchsetzt, hat das nötige Erfolgserlebnis, das für einen Schub sorgen kann.

Gewachsenes Selbstvertrauen

Jeder Sieg entwickelt die Mannschaft weiter. Wer zweifelt, hadert, zögert, wird in einen negativen Sog hineingezogen. Bei Erfolgserlebnissen dreht sich das um in positive Energie.

Konstanz

Wenn zwei, drei Leistungsträger ausfallen, kann selbst ein Topklub wie Bremen in Turbulenzen geraten. Wie im Vorjahr, als Naldo und Pizzaro monatelang nicht zur Verfügung standen. Das galt auch für Gladbach. Heute ist Borussia punktuell sogar in der Lage, den Ausfall seines Überfliegers Marco Reus zu ersetzen, wie wir gegen Dortmund gesehen haben. Das zeigt, dass Gladbach auch in der Breite gut aufgestellt ist.

Kontinuierliche Aufbauarbeit

Seit drei Jahren hat Max Eberl einen Kader zusammengestellt, der an Homogenität gewonnen hat, gereift und gewachsen ist und nunmehr die Früchte ernten kann. Er war es, der Reus für 800.000 Euro geholt hat, weil er ihn schon seit der C-Jugend kannte.

Ruhe im Umfeld

Das Gladbacher Präsidium hat schon die letzten zehn Jahre hervorragende Arbeit geleistet, zum Beispiel das neue Stadion realisiert. Der Vorwurf der fehlenden sportlichen Kompetenz wurde durch die Berufung von Rainer Bonhof und Hans Meyer in den Vorstand kompensiert.

Lucien Favre

Dazu kommt mit Lucien Favre ein Trainer, der das Potenzial erkannt hat, die Mannschaft erreicht und dafür sorgt, dass aus Selbstvertrauen nicht Selbstzufriedenheit wird.

All diese Faktoren sorgen dafür, dass es sich die Borussia verdient hat, da zu stehen, wo sie steht. Jetzt wird es darum gehen, dass der Abstand zu Platz sieben oder acht gewahrt bleibt. Damit der Traum von der Rückkehr nach Europa wirklich realisiert wird.

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