Empfehlen | Drucken | Kontakt23.11.2011 - 18:12 Uhr

Reus und Beister: „Vielleicht trifft man sich bald in einer Kabine“

Von VOLKER GEISSLER und ACHIM MÜLLER
Marco Reus ist in der Bundesliga der Mann der Stunde.
Marco Reus ist in der Bundesliga der Mann der Stunde.
Foto: Ovelgönne
Mönchengladbach –  

Sie sind die Durchstarter in ihren Klubs: Maxi Beister begeistert die Düsseldorfer, Marco Reus die Gladbacher Fans.

Es gibt bei beiden Parallelen: Gleiche Position, gleiche Rückennummern. Beide sind nicht im Rheinland geboren.

Maximilian Beister ist der Top-Scorer in der 2. Liga.
Maximilian Beister ist der Top-Scorer in der 2. Liga.
Foto: Ovelgönne

Können Sie dennoch nachempfinden, was es für die Fortuna- und Borussia-Fans bedeutet, was beide Klubs jetzt veranstalten?

EXPRESS brachte beide im Gladbacher Palace St. George-Hotel an einen Tisch.

Das Interview mit den rheinischen Top-Stars - gleich hier lesen.

Marco Reus und Maximilian Beister im Interview

Wenn man zusammenzählt, haben Fortuna und Gladbach 61 Punkte, beide Mannschaften können am nächsten Spieltag Tabellenführer werden. Hätten Sie darauf vor der Saison gewettet, wenn Sie hätten wetten dürfen?

Reus: Bei uns war es so, dass wir es noch knapp geschafft haben mit der Relegation. Zum Glück hat es geklappt, wir haben den Schwung aus der Rückserie mitgenommen, haben den Fußball weitergespielt, den uns der Trainer vorgegeben hat, verschiedene Details noch verbessert.

Beister: Ich denke, beide Mannschaften, beide Vereine können das sehr gut einschätzen. Wir sind letztes Jahr mit sechs Niederlagen gestartet, die Borussia hat das ganze Jahr unten gespielt. Dass dann so eine Bilanz herauskommt, ist nichts Alltägliches, das ist harte Arbeit. Da gehört sehr viel Aufwand dazu.

Sie sind beide nicht im Rheinland geboren. Können Sie trotzdem nachempfinden, was das für die Fans bedeutet, was ihr da im Moment veranstaltet? So glücklich waren die ja schon ewig nicht mehr.

Beister: Hier im Westen, gerade im Rheinland, sind die Fans sehr euphorisch, das ist natürlich nach so einer langen Durststrecke. In Düsseldorf waren es, glaube ich, zehn Jahre Amateurfußball, jetzt zwei Jahre Profifußball, und man kann mal an die Bundesliga anklopfen. Das ist was sehr Besonderes. Man merkt das jeden Tag, wenn du in die Stadt gehst, wenn du Fans triffst, dass sie sehr positiv gestimmt sind.

Was ist mit Ihnen, Marco? Können Sie nach 7 Toren in 3 Spielen noch unfallfrei über die Straße gehen?

Reus: Kann ich schon, ich bin eh ein zurückhaltender Typ. Es ist auch gar nicht so, dass ich überall angesprochen werde, daher besteht keine Gefahr.

Sie schauen auch Zweite Liga, haben Beister gesehen. Wie sehen Sie ihn und den bisherigen Saisonverlauf?

Reus: Immer wenn ich mit Tobi Levels spreche, fällt natürlich sein Name.

Reus zu Beister: Wie viele Tore hast du? Acht. Und wie viele Assists? Neun.

Reus: Das ist eine unglaubliche Quote, ich weiß nicht, ob er sie schon letztes Jahr hatte.

Beister: Nein.

Herr Beister, wie erleben Sie das, was der Kollege derzeit so auf den Platz bringt?

Beister: Das ist nicht nur diese Saison so, Marco hat in der letzten Rückrunde auch schon überragende Leistungen gezeigt. Da ist es natürlich nicht unverdient gewesen, dass er auch mal bei Herrn Löw vorspielen durfte, das zeigt nur seine Klasse, das hat er sich wirklich verdient. Er ist ja auch erst 22 Jahre alt, das ist atemberaubend. Das schaut man sich gerne an – auch als Düsseldorfer.

Es gibt bei Ihnen Parallelen, gleiche Position, gleiche Rückennummern. Könntet ihr irgendwann zusammen in einer Mannschaft spielen, würde das passen?

Reus: Warum soll das nicht klappen? Wir beide verfügen über Stärken, die nur schwierig für einen Gegner zu kompensieren sind, wir kommen mit Tempo drauf zu. Da ist es schwer für den Gegenspieler dich aufzuhalten, wenn einer mit so viel Speed kommt.

Beister: Marco ist in seiner Entwicklung weiter als ich, ich habe noch ein paar Jahre, um das Niveau noch zu erreichen. Ich hoffe, ich kann nächste Saison in der 1. Liga spielen, das wird man am Ende sehen. Vielleicht trifft man sich auch mal gemeinsam in der Kabine und spielt zusammen, das ist natürlich möglich. Die Nationalmannschaft ist auch so ein Thema. Das ist für jeden Spieler ein Traum. Man weiß nie, wie es kommt. Ich warte jetzt einfach mal ab.

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