Nachdem er mit seinen Kollegen bis 6.30 Uhr die Rettung gefeiert hatte, war Marco Reus ziemlich angeschlagen, als er am Vormittag seinen Spind ausräumte. Der Held von Bochum war müde und wollte nur noch ins Bett, bevor es zur Nationalmannschaft ging.
Eine unglaubliche Last ist abgefallen, von uns allen, denke ich. Das war natürlich extrem wichtig. Als wir das Tor gemacht haben, war Bochum tot“, beschrieb er noch einmal den entscheidenden Moment, als er mit seinem Tor in der 72. Minute für die Rettung sorgte.
Danach hatte es kein Halten mehr gegeben. Im Trikot von Havard Nordtveit war er Richtung Tribüne gesprintet, wo er seine Eltern herzlich umarmte und Küsschen an Mama und Papa verteilte.
Trotz starker Schmerzen wegen einer Muskelverhärtung in der Leiste wollte der Borussen-Torjäger im wichtigsten Spiel der Saison unbedingt dabei sein - und schaffte am Ende mit seinem Ausgleichstreffer das Gladbacher Wunder.
„Das ist unglaublich und ein unbeschreibliches Gefühl. Das ist Wahnsinn, dass wir das geschafft haben“, so Reus nach seinem elften Saisontreffer.
Dafür biss der 21-Jährige kräftig auf die Zähne und wurde zum Held der Schmerzen. Rund um die Uhr wurde er behandelt, nach einem letzten Test am Tag vor dem Spiel entschied er mit der medizinischen Abteilung: Es geht.
Wobei Reus immer noch nicht genau weiß, was er eigentlich hat. „Keine Ahnung, es hat das ganze Spiel über weh getan. Es war nicht einfach, ich wollte unbedingt spielen, unbedingt helfen.“
Er hat es geschafft. Jetzt muss es im dritten Anlauf nur noch mit seinem Nationalelf-Debüt klappen, ehe er zufrieden für ein paar Tage Urlaub in Hamburg machen will.
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