Endlich Nationalspieler!
Nach seinem Debüt in der Türkei ist Marco Reus (21) offenbar so fixiert auf das Belgien-Spiel, dass er beim EXPRESS-Termin im Teamhotel sein Handy fast verliert.
Das Interview mit dem Gladbach-Star!
Was ging Ihnen bei der Einwechslung in der Türkei durch den Kopf?
Ich bin froh, dass ich jetzt mein erstes Länderspiel gemacht habe – ich musste ja auch lange drauf warten. Jetzt hab’ ich es geschafft! Da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.
Zu wem schauen Sie auf? Ist Lukas Podolski, auch von der Position her, ein Vorbild mit seinen 93 Länderspielen?
Ja klar, ob das jetzt Lukas ist oder auch Basti – sie sind noch relativ jung, kommen gerade ins beste Fußballalter und haben schon über 90 Länderspiele. Das ist sensationell, was sie geleistet haben. Und es ist Ansporn, auch mal dorthin zu kommen.
Härtet der Abstiegskampf ab? Lernt man daraus?
Wir haben wirklich die ganze Rückrunde gekämpft, jedes Spiel war ein Endspiel. Am Ende haben wir es richtig gut gemacht. Dann noch die Relegationsspiele, da war der Druck extrem. Das habe ich bis dahin nie erlebt. Aber es gibt auch nichts Schöneres, als in so einem Spiel das Tor zu machen.
Haben Sie mal über einen Wechsel nachgedacht, auch um Ihre Chancen im Nationalteam zu verbessern?
Ich bin doch jetzt auch hier!
Bayern-Manager Christian Nerlinger soll Sie besonders gelobt haben. Ist das bis nach Gladbach vorgestoßen?
Ja, davon habe ich gehört.
Ehrt Sie so was? Sagen Sie: In ein paar Jahren bin ich bereit für Bayern?
Natürlich ehrt mich das! Bayern München ist der beste Klub in Deutschland, sie sind zigmal deutscher Meister geworden, kommen in der Champions League immer weit. Aber ich habe in Gladbach einen Vertrag bis 2015 – das ist mein Verein.
In welchem Bereich haben Sie bis heute den größten Sprung in der Entwicklung gemacht?
Gerade im letzten Jahr vor allem im Kopf, in der Psyche. Da habe ich doch viel gelernt. Ich denke aber auch, dass Fußball nicht alles ist. Das sieht man ja an der Sache mit Ralf Rangnick.
Wann sehen wir denn Ihren Teamkollegen Marc André ter Stegen bei der Nationalmannschaft?
Da fragen Sie den Falschen, ich bin nicht der Bundestrainer! Aber ich hoffe natürlich bald, dann wären wir schon zwei Gladbacher hier.
Was ist er für ein Typ?
Ich schwärme selten von einem Spieler. Aber der Junge ist für seine 19 Jahre schon total weit, arbeitet jeden Tag sehr hart, hat die Ruhe im Spielaufbau, den vollen Überblick. Ich hoffe, er bleibt unverletzt – auch im Kopf (lacht). Er hat eine große Karriere vor sich.
Sie sind sehr gut gestartet mit Gladbach. Was ist am Ende drin: die Rheinlandmeisterschaft vor Leverkusen und dem FC?
Das wird man sehen, wir warten mal die nächsten Spiele ab. Sie sind richtungweisend.
Hat es Sie gewundert, dass das Derby Köln gegen Gladbach auf Freitagabend angesetzt wurde?
Ja, absolut. Ich habe schon mit Lukas darüber gesprochen. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man so was machen kann. Damit hat man das Risiko aus meiner Sicht erhöht.
Ich hoffe einfach, es verläuft friedlich!
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