Empfehlen | Drucken | Kontakt09.01.2012 - 12:22 Uhr

Rakete im Trainingslager: Reus: „Darum gehe ich zum BVB“

Rakete Marco Reus in seinem letzten Trainingslager mit der Gladbacher Raute auf der Brust.
Rakete Marco Reus in seinem letzten Trainingslager mit der Gladbacher Raute auf der Brust.
Foto: dapd
Belek –  

Vier Tage nach der Bekanntgabe seines Wechsel für 17,5 Millionen Euro Ablöse zu Borussia Dortmund sprach Rakete Marco Reus im Gladbacher Trainingslager erstmals über die Folgen und Reaktionen auf seinen Abflug am Saisonende.

Warum er wirklich zum BVB wechselt und was seine Schwestern damit zu tun haben – hier:

Marco Reus über seinen Abgang

Fühlen Sie sich nach Ihrer Entscheidung für Ihren Heimatklub erleichtert?

„Ich denke nicht, dass mich die Spekulationen um Dortmund, Bayern oder das Ausland beeinträchtigt haben. Ich konnte immer gut abschalten und mich auf das Spiel konzentrieren.“

Wir schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen?

„Sehr schwer. Es liegt mir sehr viel an Gladbach, sonst hätte ich den Vertrag letztes Jahr nicht verlängert. Ich habe die Winterpause genutzt, um mir darüber klar zu werden, was ich will.“

EXPRESS erfuhr: Nach einem Dubai-Urlaub mit Dortmunds Nationalspieler Mario Götze sagte Reus beim BVB zu.

Warum BVB und nicht Bayern?

„Ich sehe dort die bessere Perspektive, international zu spielen. Dortmund ist für mich der beste Klub.“

Arjen Robben behauptet: Vielleicht gehen Sie auch nach Dortmund, weil Sie Angst haben, bei Bayern nicht spielen zu können.

„Dazu brauche ich nichts sagen. Jeder hat seine Ansichten. Wenn er das so denkt, soll er das so tun.“

Sind solche Äußerungen Extra-Motivation für den Rückrunden-Start gegen Bayern?

„Nein. Bayern ist einer der besten deutschen Klubs. Wir wissen aber, worauf es ankommt. Es wird eine heiße Partie, wir werden hochmotiviert sein und wollen den Bayern mehr Paroli bieten als im Hinspiel. Wir wollen nach vorne mehr machen und dann schauen wir mal.“

Sie sind ein Familienmensch. War das Umfeld auch ein Pluspunkt für Dortmund?

„Das ist unabhängig davon, ob ich da damals schon gespielt habe, oder ob da Freundin und Familie wohnen.“

Tatsächlich verbringt Reus viele Wochenenden nach den Spielen nicht in seinem neuen Haus bei Erkelenz, sondern in einer Zwei-Zimmerwohnung im Dachgeschoss seines Elternhauses in Dortmund-Wickede. Mama Manuela kocht dann meist sein Lieblingsgericht: Gulasch, Kartoffelpüree und Rotkohl. Papa Thomas, gelernter Betriebsschlosser: „Marco wirft kein Geld zum Fenster raus, der ist ein braver und bescheidener Junge geblieben.“

Er werde bei der Rückkehr zunächst ein Appartement beziehen, wahrscheinlich fertig möbliert von der Familie. Marcos Schwestern Yvonne (27) und Melanie (24) machen alles für ihn, räumen sogar auf für den kleinen Bruder. Der Vater verrät, er habe in der Erziehung nur einen Fehler gemacht: Bis heute könne Marco nur schwer Ordnung halten.

Rakete Reus sagt: „Ich habe so entschieden, weil es für mich die beste Perspektive ist in den nächsten Jahren international zu spielen. Ich freue mich auf die Spieler dort und die Fans.“

Keine Angst vor negativen Reaktionen der Gladbacher?

„Nein. Ich hoffe es nicht. Ich habe es mit meiner Mitteilung an die Klubchefs fair gemacht, so dass es kein hin und her mehr gibt. Bei den Fans ist alles beim Alten geblieben. Wir wurden ganz normal empfangen.“

Bringt Ihr Wechsel Sie auch in der Nationalelf nach vorne?

„Mit dem Bundestrainer habe ich nicht über meine Entscheidung gesprochen, aber die EM ist natürlich ein Ziel von mir.“

War es Ihnen wichtig, Gladbach mit der Ablöse zu helfen?

„Ich habe nicht darauf spekuliert zu sagen, na dann hat der Verein halt die 17 Millionen. Das ist eine Tatsachenentscheidung, die ich gefällt habe. Ob da jetzt fünf oder 17 Millionen drin stehen, ist halt so. Schön, dass Millionen reinkommen, so können planen und Gespräche mit neuen Spielern führen, so dass es für den Klub hilfreich ist.“

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