„Europa, wir kommen!“ – seit einer gefühlten Ewigkeit haben die Borussen-Fans nicht mehr so euphorisch und optimistisch dem Start ins neue Jahr entgegengeblickt. „Zu Recht!“, sagt Ex-Kapitän Patrik Andersson (40).
Der Schwede feierte mit Borussia den letzten Titelgewinn 1995 im Pokal, stand auch beim bis heute letzten Europacup-Auftritt der Fohlen am 29.10. 1996 in Monaco (1:0, Hinspiel 2:4) auf dem Platz.
Mit den Bayern holte er später die Meisterschale und die Champions League, sein Herz schlägt aber immer noch für Borussia, wie er im EXPRESS-Interview verrät.
Haben Sie in Schweden mitbekommen, was derzeit in Gladbach abgeht?
Ja, natürlich. Ich verfolge alles, lese Zeitung, schaue regelmäßig im Internet. Borussia liegt mir immer noch sehr am Herzen.
Sie haben in Gladbach viel erlebt, Pokalsieg, Europacup, Abstieg. Freut Sie nun der irre Fohlen-Höhenflug?
Sehr sogar. Ich habe bei den Relegationsspielen mitgezittert, mich sehr über den Klassenerhalt gefreut. Fakt ist, dass das Jahr 2011 für Borussia überragend gelaufen ist. So kann es weitergehen. Ich freue mich schon auf den Rückrundenstart gegen Bayern München im Borussia-Park.
Sind Sie im Stadion dann dabei?
Wenn ich noch Karten bekomme, auf jeden Fall.
Wie erklären Sie sich den Höhenflug?
Die Handschrift des Trainers Lucien Favre ist nicht zu übersehen. Der macht offenbar einen sehr guten Job.
Die Fans träumen schon von der Rückkehr nach Europa?
Warum nicht. Ziele und Träume müssen wir alle haben. Wenn du solch eine Hinrunde spielst, kann ich die Fans verstehen. Bringt die Mannschaft weiter ihre Leistung, halte ich Europa für möglich.
Können Sie sich noch an Ihre letzten Europacup-Einsätze für Borussia erinnern?
Ja, klar. Wir hatten Pech, dass wir damals zwei Heimspiele ausgerechnet in Köln austragen mussten - gegen Monaco war das für uns leider ein großer Nachteil. Auf dem Bökelberg herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Die Fans sind fantastisch.
Ihr Landsmann Oscar Wendt sitzt bei Borussia nur auf der Bank, ist aus der Nationalelf geflogen. Was raten Sie ihm?
Es war klar, dass es schwer für ihn werden würde. Sein Konkurrent Filip Daems ist Kapitän, spielt bislang eine starke Saison. Da hat der Trainer keinen Grund gehabt, was zu ändern. Oscar sollte sich durchbeißen, seine Arbeit gut machen und auf die Chance warten.
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