Zuerst war ein dumpfer Aufprall zu hören, dann ein lauter Aufschrei – und plötzlich lagen Borussias Mini-Titan Marc-André ter Stegen und Torwarttrainer Uwe Kamps blutend und benommen wie zwei Boxer auf dem Rasen.
Der totale Knockout! Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Fohlen-Flüsterer Lucien Favre bat vor dem Auswärtsspiel beim HSV zur Regenerations-Einheit.
Die Feldspieler spielten Fußball-Tennis auf den dafür extra angelegten Plätzen, fernab hatten sich die Torhüter ihren eigenen „Tennis-Platz“ mit zwei Mini-Toren als „Netz“ angelegt. Kamps und ter Stegen bildeten die eine, Christofer Heimeroth und Janis Blaswich die andere Mannschaft.
Ein lockere Angelegenheit – bis es um 10.37 Uhr rumste: Kamps und ter Stegen hatten jeweils nur den Ball im Blick, gingen zum Kopfball hoch und rasselten furchtbar mit den Köpfen zusammen.
Die Stirn von Kamps traf mit voller Wucht auf die rechte Gesichtshälfte und die Mundpartie von ter Stegen. Das Duell Kopf trifft Zahn hatte Folgen: Marc-André brachen zwei Zähne ab, Kamps zog sich eine klaffende Platzwunde zu.
Beide wurden sofort behandelt und schließlich ins Gladbacher Bethesda-Krankenhaus, das eine Abteilung für Kieferchirurgie hat, gebracht. Augenzeuge Blaswich: „Sie sind beide mit vollem Einsatz hingegangen. Eine unglückliche Geschichte.“
Roman Neustädter: „Ich habe es zuerst gar nicht mitbekommen. Ist natürlich schade, dass so etwas passiert ist. Aber da sieht man trotzdem den Einsatz bei so einem lockeren Training. Ich glaube da überwiegt auch der Schock im ersten Moment.“
Später kehrten Borussias Pechvögel zurück: Kamps mit einem dicken Pflaster auf der Stirn, ter Stegen hatte die Wange noch geschwollen und musste gleich weiter zum Zahnarzt. „So etwas kommt vor im Fußball. Ich bin aber optimistisch, dass Marc-André trotzdem am Samstag spielen kann“, meinte Trainer Lucie Favre.
Donnerstag Abend gab dann Mini-Titan ter Stegen trotz eines dicken Brummschädels auch Entwarnung: „Ich bin in Hamburg dabei und kämpfe und die drei Punkte.“
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