Als Borussias Feldspieler um 11.36 Uhr nach dem Aufwärmprogramm zum Geheim-Training ins Stadion marschieren, sind Marc-André ter Stegen und Uwe Kamps noch nicht dabei.
Der Mini-Titan und sein Torwarttrainer ackern weiter auf dem Nebenplatz.
20 Minuten später verschwinden beide dann auch in die Arena, der Crash vom Vortag hat Spuren hinterlassen. Da waren Kamps und ter Stegen beim Fußball-Tennis mit den Köpfen heftig zusammengerasselt, mussten in der Klinik behandelt werden.
„Es geht schon wieder, sonst wäre ich ja nicht hier“, grinst Kamps, den es über dem linken Auge übel erwischt hat: Eine Platzwunde auf der Stirn ist mit mehreren Stichen genäht worden, ebenso eine zweite auf der Augenbrauen. Beide sind geschwollen und verfärbt.
Auch Marc-André hat mit den Nachwirkungen zu kämpfen, die Wange dick, ein Mundschutz blitzt über den reparierten Zähnen auf. „Geht schon, ich spüre den Druck zwar noch und es tut auch noch weh, aber ich bin in Hamburg dabei.“
Das Ausnahme-Talent beißt auf die Zähne. Gut für Gladbach, denn seit der 19-Jährige zwischen den Pfosten steht, ist die Schießbude am Niederrhein Geschichte. Ter Stegen ist mit einem Gegentorschnitt von 0,55 pro Partie der beste Torhüter der Liga-Geschichte (mindestens zehn Spiele vorausgesetzt).
Nicht der einzige Fohlen-Wahnsinn: Fast-Absteiger Gladbach kassierte in den vergangenen 15 Bundesliga-Spielen jeweils maximal ein Gegentor - Vereinsrekord.
Retter-Coach Lucien Favre warnt zwar vor Krisen-Dino HSV: „Ein ganz schwerer Gegner. Wenn man die Namen im Kader liest – da sind eine Reihe von guten Spielern dabei. Gegen Köln waren sie besser und haben die Punkte liegen lassen.“
Sagt aber auch: „Wir haben Respekt, Angst aber nicht. Wir wollen punkten.“
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim
Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.