Empfehlen | Drucken | Kontakt23.04.2011 - 10:40 Uhr

BVB gegen Fohlen: Meister-Jubel und Abstiegs-Tränen?

Von VOLKER GEISSLER und ACHIM MÜLLER
Kevin Großkreutz ist heiß auf das Duell gegen die Fohlen.
Kevin Großkreutz ist heiß auf das Duell gegen die Fohlen.
Foto: dpa
Gladbach –  

„Auf geht's, Dortmund, kämpfen und siegen, weil wir dich so lieben, gewinnst du dieses Spiel für uns!“

Was für ein Fan-Wahnsinn. Eine riesige schwarz-gelbe Karawane rollt Samstag auf Gladbach zu. Irre! Rund 20.000 BVB-Treue wollen ihren Klub zur siebten Meisterschaft peitschen und zugleich die andere Borussia in deren Stadion Richtung Zweite Liga schießen.

Zum Osterfest drei Punkte ins schwarz-gelbe Nest. Dermaßen außer Rand und Band vor einer Partie war der BVB-Anhang seit dem Champions-League-Finale 1997 in München nicht mehr. Das Ruhrgebiet macht mobil zur Titel-Sause am Niederrhein. Die Schale soll nach 2002 endlich wieder mal in eine Vitrine tief im Westen landen. Gelingt Verfolger Leverkusen am Nachmittag gegen Hoffenheim kein Dreier, kann Dortmund (Anstoß 18.30 Uhr) mit einem Sieg die Meister-Party starten. Sollte Bayer verlieren, würde dem BVB sogar ein Punkt reichen.

Leverkusen könnte dann an den letzten drei Spieltagen zwar noch neun Punkte aufholen, aber wohl kaum 24 Tore. „Wir müssen unser Spiel durchziehen, dann kann uns keiner mehr aufhalten“, ist Kevin Großkreutz megaheiß auf das Duell bei den Laternen-Fohlen. Die Zeiten, in denen die Dortmunder von Gladbach auch schon mal mit zwölf zu null verhauen wurden, kennt der 22-Jährige eh nur vom Hörensagen. BVB-Coach Jürgen Klopp: „Zu Feierlichkeiten hören Sie von mir nichts, aber am nächsten Tag lautet die Schlagzeile: Erst Gladbach weggehauen, dann ’ne Kiste Bier!“

Kloppo sagt aber auch: „Gladbach hat sich noch nicht aufgegeben. Das ist eine Mannschaft, die Charakter hat. Die kämpfen ums Überleben. Das wird kein Spaziergang.“

Meister-Jubel und Abstiegs-Tränen – geht es nach Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, wird es das Samstag im ausverkauften Borussia-Park (54057 Plätze) nicht geben. „Ich gönne ihnen die Meisterschaft, aber die sollen sie im eigenen Stadion klarmachen.“ Die schlechteste Heimelf will dem besten Auswärtsteam der Liga in die Suppe spucken.

VfL-Trainer Lucien Favre: „Dortmund ist die beste Mannschaft in Deutschland, sie werden auch Meister. Sie sind sehr stark. Ob läuferisch, in der Balleroberung oder im Pressing. Wir wissen das - und wir werden uns was einfallen lassen. Drei Siege in den letzten vier Spielen sind für uns obligatorisch für den Relegations-Platz.“

Sein Kapitän Filip Daems erklärt: „Wir müssen drei Punkte in vier Spielen aufholen. Ich und die ganze Mannschaft meinen: Das ist möglich. Das ist machbar. Wir werden alles geben.“

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