Er ist Führungsspieler, Publikumsliebling, hat einen großen Anteil am Höhenflug der Fohlen. Dabei hat Mike Hanke in dieser Saison noch kein einziges Tor erzielt – und das als Stürmer. Eigentlich eine Bilanz, die einen Stammplatz auf der Ersatzbank garantiert.
Doch nicht bei Lucien Favre. Borussias Super-Trainer hat einen neuen Spielertypen erfunden. Und Hanke ist der Prototyp. Mike: „Ich weiß nicht, ob man mich noch als Stürmer sehen kann. Ich bin mehr der Vorbereiter, fast ein Sechser, ein halber Zehner, Neun-Einhalber.“ Heißt übersetzt: Der, der als hängende Spitze sehr viel Drecksarbeit nach hinten übernimmt, Bälle zurückerobert, zudem die Offensive ankurbelt, und ballsicher den Team-Kollegen die Dinger auflegt.
Wie beim irren Führungs-Treffer gegen Hannover. Tony Jantschke spielt von hinten heraus einen 40-Meter-Pass, Hanke verlängert volley in den Lauf von Marco Reus, die Rakete vollstreckt. Mike: „Meine alten 96-Kollegen meinten: Da kann man sehen, wie wichtig du für eine Mannschaft bist, wenn du das entsprechende Vertrauen vom Trainer hast.“
Dass das Gladbacher Publikum seine Arbeit trotz Null-Tore-Bilanz zu würdigen weiß, ist für Mike einfach nur „der Hammer“. Der 27-Jährige: „Die Fans erkennen meine Leistung an, pfeifen nicht, auch wenn ich kein Tor gemacht habe, ich kriege Applaus, wenn ich ausgewechselt werde. Das ist auch Neuland für mich. Es tut gut, wenn der ganze Klub so hinter einem steht.“ Und weiter: „Es ist mir letztendlich egal, ob ich ein Tor schieße. Wenn ich keine Bude mache und wir stehen oben, ist mir viel lieber, als wenn ich zehn Dinger mache, wir aber gegen den Abstieg spielen.“
Zu Kopf gestiegen sei die aktuelle Erfolgswelle niemandem beim VfL. „Hanker“: „Man hat letzte Saison gesehen, was mit Frankfurt passiert ist. Daher ist es vollkommen sinnlos, über den Europapokal zu reden.“ Aber: „Wir stehen zu Recht auf Platz fünf in der Tabelle, haben individuelle Klasse auf einzelnen Positionen. Marco Reus ragt heraus.“
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