Marco Reus kam nach dem Auslaufen am Sonntag als Letzter aus der Kabine. Wie ein Profi, der unmittelbar vor dem langersehnten Debüt in der DFB-Auswahl steht, blickte die Gladbacher Offensiv-Rakete allerdings noch nicht drein. „Im Moment ärgere ich mich ziemlich über die Niederlage in Freiburg“, so der 22-Jährige.
Dass die Fohlen nach zuvor drei Siegen in Folge ihren Höhenflug im Breisgau nicht fortsetzen konnten, lag auch an Reus: Pech im Abschluss. Zwei ganz dicke Dinger hatte er liegen lassen.
Reus: „Gut ist, dass wir uns die Chancen erarbeiten. Schlimm wäre, wenn wir gar keine hätten. Ich muss natürlich ein oder zwei Tore machen.“
Lob von Bundestrainer Jogi Löw, der Reus im alten Dreisam-Stadion beobachtet hatte, gab es dennoch: „Marco hat bei seinen Schussversuchen einfach kein Glück gehabt. Aber er sucht immer den Abschluss, ist trickreich und kann eine Abwehr ganz allein beschäftigen.“
Löws Anwesenheit hatte laut Reus keinen Einfluss auf seine Leistung. „Warum soll ich nervös gewesen sein? Ich wusste gar nicht, dass er da war.“
Und weiter: „Es ist ja auch nicht so, dass wir jetzt überall hinfahren und die Gegner auseinandernehmen. Wir haben nicht so gut gespielt, hatten trotzdem unsere Chancen. Wenn es lange 0:0 steht oder wir den Ausgleich machen, gewinnen wir noch.“ Damit war die Sache für Reus dann durch.
„Ich freue mich sehr, dass ich gesund zur Nationalmannschaft fahren kann. Ich hoffe, ich bekomme meinen Einsatz und dann habe ich auch mein erstes Länderspiel.“
Sein Trainer Lucien Favre glaubt, Marco könne Deutschland noch viel Freude bereiten: „Es ist Zeit, dass er in der Nationalmannschaft spielt, er hat das verdient.“
Seine Entwicklung sei noch längst nicht abgeschlossen. „Er hat noch Potential und kann sich verbessern.“ Machen Favre und Löw aus der Rakete auch noch einen eiskalten Knipser, jagen ihn bald Top-Klubs aus ganz Europa…
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