Rolf Königs schießt zurück. Im Fohlenecho zur Jahreshauptversammlung am 29. Mai, das 43.462 Borussia-Mitglieder zugeschickt bekamen, wettert der VfL-Präsident gegen die Initiative Borussia, die ihn mit Satzungsänderungen stürzen will.
Königs: „Der Antrag der Initiative stellt keine Verbesserung der Vereinssatzung dar, sondern eine Verschlechterung. Er dient dem Zweck, schnellstmöglich persönlich motivierte personelle Veränderungen in den Vereinsgremien zu erzielen. Man will sich gut bezahlte Posten bei Borussia schaffen.“
Missbraucht die Initiative Vereinsmitglieder für eine feindliche Übernahme?
Es geht nicht um Putsch oder Revolution, sondern darum, den Mitgliedern mit einer Satzungsänderung mehr Mitspracherecht zu geben. Wir wollen, dass die Mitglieder den Aufsichtsrat und das Präsidium wählen. Es geht hier nicht um einzelne Personen. Rolf Königs könnte sich übrigens auch zur Wahl stellen. Wir wollen die Strukturen des Vereins professionalisieren. Es kann nicht sein, dass Borussia eine Führungsstruktur hat, in der Leute Entscheidungen treffen, aber die Mitglieder ihren Unmut über Fehlentscheidungen nicht durch eine Abwahl äußern können. Das darf es nicht mehr geben. Herr Königs schürt Angst.
Mit Anteilsverkäufen?
Anteilsverkäufe sind unter der heutigen Vereinsführung möglich. Wir haben uns inzwischen dagegen ausgesprochen, das notariell beglaubigen lassen und stimmen für den Antrag der Mitgliederoffensive, der beinhaltet, dass Anteile nur mit einer 2/3-Mehrheit der Mitglieder verkauft werden können.
Trennen Sie die Profis vom Verein ab und beschneiden die Rechte der Mitglieder?
Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Der Verein hält 100 Prozent an der GmbH. Beide Aufsichtsräte sind personenidentisch wie heute – hier wird nichts losgelöst.
Wie würden Sie Borussias Zukunft gestalten?
Das sind drei Bausteine. Ein erfolgreiches Produkt mit zeitgemäßen Strukturen und einer Kultur, die Mitarbeiter motiviert und nicht demotiviert.
Was meinen Sie mit Kultur?
Mitarbeiter von Borussia haben uns veranlasst, eine geheime Wahl zu beantragen, damit sie so abstimmen können, wie sie es für richtig halten. Nach meinem Outing für die Initiative haben beim Spiel gegen Freiburg im Business-Bereich viele nicht gewagt, Kontakt mit mir aufzunehmen, weil sie nicht mit mir gesehen werden wollten. Danach bekam ich eine Flut Entschuldigungs-Mails dieser Leute: Toll, dass du aufgestanden bist! Da frage ich mich: Wo sind wir hier?
Wie bitte?
Ein Ordner hat mir erzählt: „Kommt die Initiative mit ihrem Antrag durch, werden alle Ordner entlassen. Dann kommt eine Fremdfirma.“ Das ist natürlich völliger Unsinn. Da wird mit Angst Abhängigkeit geschürt. Ich habe mit vielen Mitarbeitern gesprochen, die einen Wechsel herbeisehnen.
Im Fohlenecho zur Mitgliederversammlung wird behauptet, dass Sie vom Borussia-Sponsor SIG entlassen worden sind.
Das ist eine Lüge. Ich war 20 Jahre bei der SIG in führenden Positionen und bin 2006 auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Ich habe dann eine Tätigkeit als Geschäftsführer in der Wünsche Unternehmensgruppe aufgenommen. Die SIG wird darauf in Richtung Borussia reagieren, sie lässt sich nicht vor den Karren des Herr Königs spannen.
Der 69-Jährige spricht von einer „feindlichen Übernahme“ durch Stefan Effenberg und Co.: „Allerdings mit dem Unterschied, dass bei einer Übernahme von Unternehmen Geld fließt. Die Initiative will Borussia mit Hilfe von Satzungsänderungen übernehmen und dabei die Stimmen der Mitglieder missbrauchen.“
Königs im Focus über Effe: „Er will professionelle Strukturen einführen, lässt aber offen, woher in seinem Team dafür die Wirtschaftskompetenz kommen soll.“ Nebenbei wolle Effenberg „den Fußballlehrer machen und seine Tätigkeit als TV-Kommentator beibehalten. Wie soll das gehen?“
Königs unterstellt dem fünffachen Fohlen-Meister und früheren Borussia-Coach Horst Köppel, der sein Nachfolger werden will, „persönliche Interessen.“
Er habe sich bei ihm im Dezember um den Posten des damals amtierenden Trainers Michael Frontzeck beworben und im März als Chefscout: „Ein Horst Köppel soll nicht erzählen, dass es ihm nur um den Verein geht.“
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