Er ist verantwortlich für das Fohlen-Wunder. Was für ein genialer Fußball-Professor, dieser Lucien Favre. Binnen 180 Tagen hat der Gentleman-Coach Gladbach vom Tabellenende an die Spitze geführt.
Die von ihm am 14. Februar als abgeschlagenes Schlusslicht übernommene Schießbude Borussia mischt inzwischen die Liga auf. „Ich probiere jeden Tag, jede Woche, jeden Monat die Mannschaft individuell zu verbessern. Das ist mein Job“, erklärt Lucien Favre, den die Fans Lulu nennen, bescheiden das Erfolgsrezept.
Was Favre aus seinem Team herauskitzelt, haben alle bei der 4:1-Gala gegen Wolfsburg gesehen. Da spielte seine Elf trotz eines Rückstands berauschend und nagelte die Wölfe an die Wand. Die Favre-Borussia ist mega-kompakt, sehr ballsicher, beherrscht ein schnelles Passspiel, die Konter sind brutal-gefährlich. Wie bei der tollen 4:1-Volley-Bude durch Marco Reus, den Juan Arango per Außenrist-Pass perfekt bediente. „Ein wunderschönes Tor“, adelt Favre seine Offensiv-Kracher.
Die schon als Problem-Profis abgestempelten Arango oder Bobadilla blühen unter dem Fohlen-Flüsterer förmlich auf. „Er redet viel mit allen Spielern, das Vertrauen ist da, das brauchen wir auch“, verrät Bobadilla. Ergebnis: Seit Favre das Zepter schwingt, holte Gladbach 27 Punkte aus 15 Partien. Zu Hause ist Borussia wieder eine Macht – und triumphiert sogar auswärts beim FC Bayern.
Mit 1,80 Punkten im Schnitt avanciert der Schweizer zum erfolgreichsten VfL-Coach vor den Meistermachern Hennes Weisweiler (1,74) und Udo Lattek (1,72). Favre: „Ich bin zufrieden, wenn ich nach Hause komme und auf die Tabelle schaue.“ Abheben werde niemand. „Wir erinnern uns alle, wo wir vor ein paar Monaten waren. Es wird extrem schwer diese Saison. Wir dürfen das für einen Moment genießen. Ab Dienstag arbeiten wir wieder hart für das Spiel auf Schalke.“
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
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Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
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