Liebe Borussen,
aufgrund vieler Diskussionen rund um den VfL, Initiative, Offensive und Mythos möchte ich einige Worte loswerden, die mir auf der Seele brennen. Es ist unumstritten, dass jeder Borusse das Beste für den Verein möchte und danach handelt.
Ich habe schon in den 70ern als Spieler alles dafür getan, Spiele und Titel zu gewinnen. Mein Wille, für einen solchen Verein alles zu geben, ist bis heute trotz vieler Rückschläge nicht gebrochen. Jeder Fan, der Woche für Woche zu den Spielen unserer Borussia fährt, weiß, wovon ich spreche.
Dies tat ich auch in meiner Zeit als Trainer, jedoch genügte damals keine ähnliche Rettung, wie es Favre auch heute hoffentlich gelingt, und ein gesicherter 10. Tabellenplatz im darauffolgenden Jahr. In dieser Zeit war ich sehr nah am Präsidium und habe vieles hinter den Kulissen gesehen.
Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir lag, aber konstruktive Vorschläge und Verbesserungen wurden gerne abgelehnt. Leider ist heute, bis auf die letzten Wochen, nichts von dem Aufwärtstrend, den wir damals hatten, zu erkennen. Borussia stagnierte und droht, eine Fahrstuhlmannschaft zu werden. Das kann nicht in unserem Sinne sein.
Ich möchte betonen, dass viele qualifizierte Mitarbeiter vorhanden sind, welche in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet haben. Man betrachte nur das Stadion, Stadionumfeld, Sponsoren- und Fanbetreuung. Sie gehören sicherlich zu den besseren in der Bundesliga. Jedoch gibt es auch Schwachstellen im sportlichen Bereich, wo man ansetzen muss.
Ich habe damals zu meiner Zeit beim BVB als Chefscout ein Scoutingsystem mitinstalliert, und die Jugend- und Nachwuchssichtung perfektioniert. Den Erfolg der jungen Wilden sollte jeder mitbekommen haben. Abschließen möchte ich noch einen Wunsch äußern.
Der Mythos Borussia muss weiterhin bestehen bleiben, egal was bei der Mitgliederversammlung am 29. Mai beschlossen wird. Es darf nicht sein, dass der Fußball zum Sprungbrett der Gewalt wird. Das wäre der Untergang des Mythos.
Aus Fehlern der Vergangenheit und anderen Vereinen muss gelernt werden - und ein friedlicher Umgang stets zur Tagesordnung gehören. Diese Saison heißt es aber noch einmal: Alle an einem Strang ziehen und Daumen drücken für unsere Borussia und eine sportliche Rettung in letzter Sekunde.
Mit sportlichem Gruß,
Horst Köppel
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