Empfehlen | Drucken | Kontakt03.12.2011 - 11:19 Uhr

Härtetest gegen BVB: Kommt Borussia auch ohne seine Rakete klar?

Von ACHIM MÜLLER und AXEL STRÖTKER
In Köln brach sich Reus (mit Physio Müller und Dr. Porten) den kleinen Zeh.
In Köln brach sich Reus (mit Physio Müller und Dr. Porten) den kleinen Zeh.
Foto: imago
Mönchengladbach –  

Als Marco Reus um 17.39 Uhr sichtlich enttäuscht den Kabinenbereich verlässt, ruft ihm ein Fan aufmunternd zu: „Kopf hoch, Marco!“ Der 22-Jährige blickt kurz auf, sagt mit leiser Stimme „wir sehen uns Samstag“, steigt in seinen Luxus-Jeep, dreht die Anlage auf - und düst davon.

Derweil brennt im Borussia-Park noch das Flutlicht. Marcos Kollegen üben fast zwei Stunden lang für den Kracher-Gipfel gegen Dortmund. Der Borussia-Gipfel findet ohne Super-Rakete Reus statt.

Au, Zeh: Der gebrochene kleine am linken Fuß macht einen Einsatz unmöglich. Raúl Bobadilla rückt dafür ins Sturmzentrum. Auch nächste Woche beim Auswärtsspiel in Augsburg fehlt Reus noch. Der Nationalspieler fällt zwei Wochen aus.

Nicht die einzige Hiobsbotschaft für Coach „Hennes“ Lucien Favre. Bereits am Nachmittag hat ihm Igor de Camargo mitgeteilt: „Trainer, es geht nicht.“ Der Stürmer plagt sich mit Rückenproblemen rum.

Rückschläge, die die Höhenflug-Fohlen aber nicht aus der Bahn werfen. Derby-Held und Köln-Vernichter Mike Hanke: „Natürlich werden die beiden uns fehlen. Marco ist ein Riesen-Spieler, der uns schon viele Punkte eingefahren hat. Aber die Mannschaft ist auch ohne Marco gut genug, um Dortmund zu schlagen.“

Mini-Titan Marc-André ter Stegen fordert: „Wir müssen so etwas kompensieren können. Unser Spiel besteht nicht nur aus Marco Reus, sondern auch aus 10 oder 11 anderen.“

Heißt: Jetzt erst Recht – für Marco und Igor, heute bebt bei Borussia vs. Borussia der Party-Park. Für VfL-Knipser Hanke der totale Kick: „Das sind Spiele, die kitzeln einfach, da freut man sich drauf. Von beiden Seiten wird hier eine Riesenstimmung sein – auch auf dem Platz.“

Letzte Woche putzten die Meister noch Erzfeind Schalke weg, hüpften auf den Absperr-Zaun vor der Südtribüne und ließen sich feiern. Nun müssen Dortmunds Zaunkönige aufpassen, dass sie nicht ordentlich verkloppt werden.

Hanke: „Dortmund ist Favorit, aber wir spielen zu Hause und haben die Fans im Rücken. Ich glaube, dass sie uns bis zur letzten Minute nach vorne peitschen werden. Von daher haben wir Riesen-Chancen, das Spiel zu gewinnen.“

Dass der VfL den Meister von Platz eins schubsen und selbst die Pole Position im Rennen um die Herbstmeisterschaft übernehmen kann, ist für die Gladbacher zusätzliche Motivation.

Hanke: „Ja, klar ist das ein Riesen-Anreiz. Ich glaube, dass es der Mannschaft schon bewusst ist, dass wir die Tabellenführung übernehmen können, aber wir konzentrieren uns einfach nur auf dieses Duell, wollen unser Spiel durchsetzen und alles abrufen. Wenn wir das schaffen, glaube ich, dass wir Dortmund schlagen.“

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