Rettungs-Knipser, Bayern-Bezwinger – Igor de Camargo hat den Killerinstinkt eines Top-Stürmers. Wenn der 4,5-Millionen-Einkauf trifft, gewinnen die Fohlen fast immer.
Dumm nur, dass Igor bei Borussia die schlimmste Leidenszeit seiner Karriere erlebt. Neun (!) schwere Verletzungen hat der 28-Jährige seit seinem Wechsel im Sommer 2010 aus Lüttich inzwischen durchgestanden.
Ob kaputter Knöchel, Sprunggelenks-OP, Wirbel angeknackst oder lädiertes Knie – de Camargo bleibt von nichts verschont, verbringt fast mehr Zeit in der Reha als auf dem Platz.
Für die VfL-Fans ist ein verletzter Igor fast schon Alltag. Fällt wie derzeit Rakete Marco Reus aus, zuckt der gesamte Borussia-Park zusammen. Fehlt Klasse-Stürmer de Camargo, heißt es meist: „Kennt man ja, wie immer.“
Dabei leidet Igor furchtbar unter seinem Verletzungsfluch. „Jeden Tag alleine und ganz anders arbeiten zu müssen als die Jungs - das kann eine Qual sein. Es ist mental sehr schwer, um daraus zu kommen. Ich wünsche mir so sehr, dass das endlich vorbei ist.“ Große Kraft schöpft de Camargo aus seinem Glauben an Gott: „Ich bete jeden Tag! Ich bete dafür, gesund zu bleiben. Ich kann nur gesund funktionieren.“
Auch Ehefrau Giovana und Söhnchen Enzo helfen so gut sie können. „Meine Familie ist die Basis von allem. Ich denke, jeder, der Probleme hat, versucht Hilfe bei der Familie zu finden.“
Bei der Pleite von Augsburg (0:1) feierte Igor in den letzten 25 Minuten sein nächstes Comeback - und überstand die Tret-Orgie des FCA unverletzt. „Ich will nichts über den Schiri sagen, aber jeder hat gesehen, wie der Gegner zur Sache gegangen ist.“
Nur zu gerne hätte Igor das mit Toren bestraft. Nun hofft er auf seine Saison-Heimspiel-Torpremiere gegen Mainz. „Warum nicht, ich probiere es. Ich will immer viele Tore schießen.“ Und erstmals seit dem 1. Oktober wieder in der Startelf stehen? „Ich bin fit. Ob ich von Anfang spiele, entscheidet der Trainer.“
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