Als Schiedsrichter Peter Sippel nach 95 Minuten in seine Pfeife blies, rissen alle Borussen auf dem Spielfeld ihre Arme hoch.
Erfolgscoach Lucien Favre bedankte sich bei seinen Helfern auf der Bank und tröstete Jaroslav Drobny. Hamburgs Torhüter hatte nach dem 0:1 durch Gladbachs Goldköpfchen Igor de Camargo eine höhere Heimschlappe verhindert.
„Oh, wie ist das schön“ und „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey“, wähnten sich 8.000 Fohlen-Fans schon als Tabellenführer, weil fälschlicherweise ein 3:1 von Nürnberg gegen Bremen auf den Videowänden in der HSV-Arena eingeblendet wurde.
Doch für den Sprung nach ganz oben fehlen Fast-Absteiger Borussia nach sechs Spieltagen der neuen Saison noch zwei Tore. „Wir hatten sechs klare Torchancen“, listete Favre die vergebenen Großchancen auf. „Leider ist uns nur ein Treffer nach einer Standardsituation gelungen.“
Freistoß vom gut aufgelegten Juan Arango in den Hamburger Strafraum, de Camargo überspringt Slobodan Rajkovic und Heung Min Son, nickt den Ball ins Netz. „Wir haben sehr diszipliniert gespielt und waren in den entscheidenden Momenten einfach besser“, erklärte der Knipser das Erfolgsgeheimnis.
Dafür steckte er Schläge und Tritte von seinem Schatten Rajkovic weg. „Ein sehr robuster und starker Gegenspieler. Ich nehme viele blaue Flecken mit auf die Heimreise. Aber bei uns kämpft jeder für jeden. Das war ein Sieg im Kollektiv.“
Obwohl die HSV-Kicker mehr Ballbesitz hatten und die meisten Zweikämpfe gewannen, ließen die defensivstarken Fohlen nichts anbrennen und kaum Chancen zu. Einmal rettete Kapitän Filip Daems in höchster Not gegen Tesche mit dem Ellenbogen. „Klarer Elfmeter“, reklamierte Hamburgs Trainer Michael Oenning.
„Angeschossen, kein Strafstoß“, widersprach Favre. „Insgesamt haben wir verdient gewonnen.“ Das gab auch Oenning zu und gratulierte den Gladbachern zu ihrem besten Saisonstart seit den Meisterjahren.
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