„Wir holen die Meisterschaft und den UEFA-Cup und den DFB-Pokal...“ Die Fohlen werfen mit 3:1 den Titelverteidiger raus und die Rückkehr nach Europa rückt immer näher. Im Viertelfinale im Februar geht es schon einmal probeweise nach Berlin – die Auslosung ergab Hertha BSC als kommenden Gegner. Nur noch zwei Siege bis zum Finale, drei bis zum vierten Pott.
Und dazu diese Statistik: Immer, wenn Gladbach Schalke ausschaltet, wie 1973 im Achtelfinale (2:0, 1:1) und 1995 im Viertelfinale (3:2), steigt am Saisonende die große Pokal-Party.
Das Feiern üben die Fohlen schon gegen Schalke (ohne Trainer Huub Stevens, der bei seiner schwerkranken Mutter weilte). Diagonal-Pass Patrick Herrmann. Scharfe Hereingabe Marco Reus. Juan Arango zirkelt die von Kyrlakos Papadopoulos nach vorne abgewehrte Kugel mit dem linken Innenrist ins Tor. Der Borussia-Park bebt. VfL-Boss Rolf Königs klatscht Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (mit Gladbach-Schal) ab.
Die Fohlen galoppieren unbeirrt weiter, lassen Schalke bis zur 54. Minute keine Torchance. Schiri Wolfgang Stark pfeift Roman Neustädters Treffer wegen Abseits ab. Mike Hanke scheitert an Lars Unnerstall. Dann fängt Neustädter einen Schalker Einwurf ab, Rakete Reus zündet – das 2:0.
Bundestrainer Joachim Löw war von der starken Borussen-Defensive, dem schnellen Umschalten, den Klasse-Kombinationen und tollen Toren begeistert: „Lucien Favre ist für mich in Deutschland der Trainer des Jahres.“
Die Fohlen stecken inzwischen auch Rückschläge wie Marc-André ter Stegens Patzer weg, den Julian Draxler mit dem 2:1 bestraft. Reus legt nach, als Lars Unnerstall am Ball vorbei greift.
„Letztes Jahr noch am Boden, heute auf dem Weg nach oben. Danke, Jungs! Danke, Lucien!“ steht auf einem riesigen Transparent. „Die Mannschaft, die Fans und der ganze Verein, alle können stolz sein“, strahlt Mike Hanke.
Da war es allen schnuppe, dass Borussia nach dem Anschlusstreffer noch einmal wackelte. Sportdirektor Eberl: „Wir haben mit Moral das 3:1 gemacht. Danach war der Käse gegessen. Es war ein traumhaftes Ende für ein turbulenten Jahres.“
Borussia Mönchengladbach – Schalke 04 3:1 (1:0)
Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (56.), 2:1 Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer: 54.057 (ausverkauft)
Gladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (88. Marx), Arango - Hanke (71. de Camargo), Reus
Gelb-Rote Karten: Huntelaar (Schalke/46.) wegen wiederholter Unsportlichkeit, Jones wegen unsportlichen Verhaltens (Schalke/90.+2)
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim
Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.