„Mit dem 1:0 gegen bessere Mainzer kann ich leben. Wer nicht so gut spielt und trotzdem gewinnt, kann sehr zufrieden sein“, verweist Gladbachs Erfolgstrainer Lucien Favre auf die dritte Stufe der rasanten Fohlen-Entwicklung.
Zunächst hat er die Schießbude geschlossen, mit nur elf Gegentoren nach 17 Spielen einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Dann die Chancenverwertung verbessert. Patrick Herrmann schließt den ersten Angriff mit dem Tor des Tages ab.
„Mike Hanke und Marco Reus spielen eine gute Kombination. Marco schaut kurz nach oben, sieht mich reinlaufen, zögert noch ein wenig und passt genau im richtigen Moment“, schildert Herrmann die Entstehung des schnellsten Saisontors. „Ich muss nur noch die Spitze hinhalten. Der Ball ist drin.“
Patrick tunnelt Wetklo und stößt die Tür zur Königsklasse ganz weit auf. Denn Favres Fohlen sind nun clever genug, einen hauchdünnen Vorsprung zu verteidigen.
Die Belohnung: Weihnachten mit 33 Punkten auf Champions-League-Quali-Platz vier. Der Fast-Absteiger überwintert nur einen Punkt hinter Meister BVB und dem Dritten Schalke. Hat komfortable vier Punkte Vorsprung auf den Fünften Bremen, satte zehn auf den Nicht-Europapokal-Rang 7, den Hannover belegt. Die beste Hinrunde seit dem letzten Titelgewinn 1977 – vor 35 Jahren stürmten die Fohlen mit 39 Punkten zur Herbstmeisterschaft und wurden am Ende mit 61 Zählern zum fünften mal Meister.
Die begeisterten VfL-Fans singen wieder vom Europapokal – nur Taktik-Fuchs Favre stimmt (noch) nicht mit ein. „Das ist egal. Sie haben uns sehr gut unterstützt, das ist das Wichtigste. Wir nehmen weiter Spiel für Spiel. In der Rückrunde kommt Bayern. Dann geht es nach Stuttgart und nach Wolfsburg, die sich beide noch verstärken werden. Das wird schwer.“
Zuvor schlägt nach 12 ungeschlagenen Heimspielen Schalke am Mittwoch zum Pokal-Achtelfinale bei Borussia auf. Favre: „Wir sind bereit, unser Bestes zu geben. Schade nur, dass wir einen Tag weniger Erholung haben als Deutschlands momentan beste Truppe.“ Die richtige Ansage für seine Fohlen, um Stufe vier zu zünden...
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim
Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.