Empfehlen | Drucken | Kontakt28.01.2012 - 18:24 Uhr

Gladbach-Keeper im Interview: Ter Stegen: Unser Motto heißt kämpfen statt träumen!

Von ACHIM MÜLLER
Mit 19 Jahren schon absoluter Leistungsträger. Torhüter Marc-André ter Stegen
Mit 19 Jahren schon absoluter Leistungsträger. Torhüter Marc-André ter Stegen
Foto: Wiechmann
Mönchengladbach –  

Beste Defensive, als einzige Mannschaft noch kein Konter-Tor kassiert. Kein Wunder, dass die Höhenflug-Fohlen die Liga aufmischen.

An Gladbachs Abwehr beißen sich fast alle Gegner die Zähne aus. Seit Coach Lucien Favre am 10. April 2011 (5:1 gegen Köln) Mini-Titan Marc-André ter Stegen zur Nummer 1 befördert hat, brennt hinten kaum noch was an. In der Ära ter Stegen spielte Borussia in 24 Liga-Spielen zehn mal zu null, schluckte insgesamt nur 15 Gegentreffer.

Der 19-jährige Keeper ist binnen kürzester Zeit zum großen Rückhalt und Leistungsträger aufgestiegen. Das Interview mit ter Stegen.

Marc-André ter Stegen im Interview

Tabellenvierter, ein Zwölf-Punkte-Polster auf Platz sieben. Vom Europapokal will bei Borussia aber keiner sprechen. Darf man ihnen denn zum Klassenerhalt gratulieren?

Marc-André ter Stegen (lacht): Wir haben nun einige Zähler gesammelt, die 40-Punkte-Marke zu knacken ist das nächste Ziel. Wir wollen weiter unsere Siege einfahren.

Können Sie denn verstehen, dass das Thema Europa die Borussen-Fans völlig elektrisiert?

Natürlich kann ich das verstehen. Aber wir Spieler träumen nicht. Wir kriegen nichts geschenkt. Wir wissen, dass wir für alles sehr hart kämpfen müssen. Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir nun oben stehen.

Wie hat die Mannschaft es geschafft, den ganzen Hype um den Reus-Abgang erfolgreich bei Seite zu schieben?

Wir haben gesagt, dass wir das letzte halbe Jahr zusammen genießen wollen. Auf und neben dem Platz. Wir verstehen uns sehr gut. Es ist schade, dass Marco geht. Aber das ist eine Entscheidung, die wir akzeptieren müssen. Für Marco ist es ein weiterer wichtiger Schritt.

Die Fans haben den Reus-Schock auch verdaut…

Daran sieht man, dass wir eins sind im Moment. Fans, Spieler und Verein. Wir gehen gemeinsam auf Punktejagd.

Bundestrainer Jogi Löw lobt Sie in den höchsten Tönen. Ist die Nationalelf ihr großer Traum?

Das sind Entscheidungen, die andere treffen müssen. Ich kann nur jede Woche meine Leistung zeigen und mein Potenzial ausschöpfen.

Sie sind noch ein sehr junger Torhüter…

Gute Leistung hat nichts mit dem Alter zu tun. Wichtig ist, was für eine Leistung du auf dem Platz ablieferst und nicht, ob du 19 oder 29 Jahre alt bist.

Sepp Maier oder Jörg Stiel sehen sie schon bald auf Augenhöhe mit Deutschlands Nummer 1 Manuel Neuer!

Eine Ehre für mich. Aber noch mal: Ich muss mich auf meine Leistung konzentrieren. Mehr interessiert letztlich auch nicht.

Wie sahen Sie Neuers Fehler im letzten Duell?

Das ist nicht mein Thema, er ist ein anderer Torhüter als ich. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Fehler passieren – immer wieder. Das macht keiner extra. Dass Neuer ein guter Torhüter ist, ist unbestritten.

Wie wichtig ist das 3:1 gegen Bayern zum Rückrunden-Auftakt gewesen?

Ich brauche wohl keinem zu erzählen, dass das Selbstvertrauen ohne Ende gibt.

Nun geht’s nach Stuttgart. Gegen den VfB hat Borussia elf Duelle in Serie nicht gewinnen können. Zuletzt gab es ein 0:7.

Das interessiert doch gar nicht. Ich denke, wir haben schon einige Serien gegen angebliche Angstgegner geknackt. Ich fahre dahin und will die drei Punkte.

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