Empfehlen | Drucken | Kontakt03.04.2011 - 11:33 Uhr

40 Jahre Pfostenbruch: Gladbach: Als plötzlich das Tor umfiel

Herbert Laumen zappelt im Netz – das Tor ist zusammengebrochen.
Herbert Laumen zappelt im Netz – das Tor ist zusammengebrochen.
Foto: Imago
Mönchengladbach –  

Hilflos liegt Herbert Laumen auf dem Rasen, als über ihm ein ganzes Tor zusammenbricht. „Ich bin sofort in Deckung gegangen. Zum Glück hat die Latte mich nicht erwischt“, sagt der damalige Gladbach-Stürmer in Erinnerung an den legendären Pfostenbruch vom Bökelberg, der sich am Sonntag zum 40. Mal jährt und für den kuriosesten Spielabbruch der Bundesliga-Geschichte sorgt.

Mit voller Wucht läuft Laumen nach einem Angriff in das Tor. Als er sich am Netz hochzieht, knickt der linke Pfosten kurz über der Grasnarbe ein. „Wenig später lag ich schon wie ein Fisch im Netz“, sagt Laumen. Die Fans lachen, Schiedsrichter Gerd Meuser ist verzweifelt. „Das war erst sein viertes Bundesligaspiel. Der wusste gar nicht, was er machen soll“, erinnert sich Laumen.

Herbert Laumen zeigt ein Foto vom Pfostenbruch bei der Partie Gladbach gegen Bremen. Ein Spiel, das Fußball-Geschichte schrieb.
Herbert Laumen zeigt ein Foto vom Pfostenbruch bei der Partie Gladbach gegen Bremen. Ein Spiel, das Fußball-Geschichte schrieb.
Foto: dpa

Zwei Minuten sind beim Stand von 1:1 noch zu spielen, Tabellenführer Gladbach spekuliert auf ein Wiederholungsspiel. „Da ist nichts zu machen, brechen Sie ab“, fordert Spielmacher Günter Netzer. Die Werder-Spieler, mit dem Unentschieden beim Meister zufrieden, richten den Pfosten wieder auf - bis Fans ihn wieder umwerfen.

Der Platzwart kommt mit Hammer und Nägeln - ohne Erfolg. Schiedsrichter Meuser schlägt schließlich vor, jemand solle zwei Minuten lang den aufgerichteten Pfosten stützen. Doch die Gladbacher Ordner reagieren lustlos. Nach zwölf Minuten bricht der Unparteiische die Begegnung ab, drei Wochen später folgt das böse Erwachen: Der DFB wertet das Spiel mit 2:0 für Werder.

Plötzlich steht die Meisterschaft auf der Kippe, Gladbach holt dann aber doch noch am letzten Spieltag den Titel. Folgen hat der Vorfall dennoch. „Plötzlich wollte kein Bundesligist mehr Holztore haben. Zumindest wir haben von dieser Geschichte also profitiert“, sagt Dr. Joseph Hesse, dessen Firma Schäper schon damals Aluminium-Tore im Angebot hatte. Heute beliefert er 80 Prozent der Erstligisten - natürlich auch Borussia Mönchengladbach.

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