Eine halbe Stunde nach der dritten Pleite in der vierten Auswärtspartie unter Lucien Favre stellte ein Schweizer Landsmann Borussias Trainer die T-Frage:
Wie sieht denn ihre Zukunft nach einem Abstieg aus? Der Frontzeck-Nachfolger antwortet ausweichend, fast pikiert: „Darüber will ich nicht sprechen!“
Dabei hat er doch erst vor zwei Monaten einen bis 2013 laufenden Vertrag unterschrieben - gültig für die Erste und Zweite Liga. Mit einer geheimen Ausstiegsklausel?
Favre redet lieber über seine mission impossible: „Wir müssen jetzt 9 von 12 Punkten holen. Es ist extrem schwer Samstag gegen die Nummer 1 Dortmund und danach in Hannover, aber nicht unmöglich.“ Klingt nach Berufs-Optimismus!
„Nein, sonst hätte ich schon gesagt, wir sind kaputt und das ist nicht die Wahrheit. Ich glaube daran“, predigt er das Wunder. „Wir wissen, dass wir punkten müssen, egal gegen wen.“ Und wenn nicht - flüchtet Favre nach dem Abstieg?
In der Szene wird der Taktik-Fuchs sehr geschätzt, gilt als akribischer Arbeiter, der einer Mannschaft eine Handschrift geben kann und ein Auge für Talente hat. Dass er bei Borussia was bewirkt, steht außer Frage. Nur reicht es halt nicht für eine Aufholjagd, weil der von Max Eberl zusammengestellte Kader zu schwach ist. „Wir kreieren zu wenig Torchancen“, monierte Favre erneut in Mainz. Weil ein Spielmacher fehlt, von den Flügeln und den Außenverteidigern zu wenig Futter kommt.
Doch einen Umbruch lehnt Eberl selbst beim Abstieg ab, sagte der Mainzer Allgemeinen: „Wir haben ein klares Konzept für den Fall. Die Mannschaft wird sich auf ein, zwei Positionen sicherlich verändern, aber ansonsten wird es keinen großen Unterschied zwischen der Ersten und Zweiten Liga geben. Lucien Favre kennt das Team dann und hat auf jeden Fall die Möglichkeit, es wieder nach oben zu führen.“
Der Sportchef will stur bei seiner bisher gescheiterten Linie bleiben und verpflichtete Aussie-Talent Mathew Leckie (20), der zuvor mit Favre nie gesprochen hatte. Hinzu kommt, dass die halbe Stammelf (Arango, Dante, de Camargo, Reus, wahrscheinlich auch Idrissou, Stranzl) nicht mit in die Zweite Liga geht. Von wegen Veränderung der Mannschaft auf ein, zwei Positionen. Zweifelt Favre daran, dass der Rest stark genug für den direkten Wiederaufstieg ist?
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