Empfehlen | Drucken | Kontakt22.08.2011 - 11:38 Uhr

EXPRESS erklärt das Wunder: Favre punktet mehr als Meister Weisweiler

Von ACHIM MÜLLER und AXEL STRÖTKER
Borussia-Trainer Lucien Favre.
Borussia-Trainer Lucien Favre.
Foto: dapd
Mönchengladbach –  

Bravo-Rufe, lauter Applaus, Blitzlichtgewitter. Als Lucien Favre sich nach dem Gipfelsturm in den Kurzurlaub verabschieden will, wird er von 200 Fans umlagert.

Eine halbe Stunde lang schreibt er Autogramme. „Das gehört dazu, das ist kein Problem“, sagt der Fohlen-Flüsterer in seinem vornehmen frankophonen Akzent und lacht entspannt. Die Borussia-Familie liegt Lulu zu Füßen, der geniale Fußball-Professor hat den Altmeister vom Niederrhein wieder beatmet. EXPRESS erklärt das Favre-Wunder.

Als der am 14. Februar das Himmelfahrtskommando übernimmt, ist Gladbach abgeschlagenes Schlusslicht (7 Punkte + 18 Tore Rückstand auf Relegationsrang 16). Der Schweizer schafft es binnen kürzester Zeit, aus der Schießbude wieder eine Einheit zu formen, kitzelt das wahre Leistungspotenzial heraus. In den Trainingseinheiten geht es richtig zur Sache. Alle Spieler sind heiß, pushen sich so zu Höchstleistungen.

Favre, der Gentleman-Coach, verbreitet durch sein Auftreten positive Energie. Er hat nicht nur den Mumm, die Dauer-Baustelle Torwart mit Mini-Titan Marc-André ter Stegen zu schließen. Sein Credo von Ballsicherung, kompakt stehen und schnellem Kurzpassspiel zeigt Wirkung. Die Desaster-Abwehr wird zum Prunkstück. Binnen 180 Tagen glückt den Fohlen mit 27 Punkten aus 15 Partien der Sprung vom Tabellenende an die Spitze.

Alles kein Zufall, wie Stürmer Mike Hanke bestätigt. „Wir müssen noch viel lernen, können uns in vielen Bereichen verbessern. Aber der Trainer arbeitet im taktischen und spielerischen Bereich sehr hart mit uns. Wir brauchen uns hinter keinem mehr zu verstecken.“ Favre ist mit 1,80 Punkten im Schnitt erfolgreichster VfL-Coach vor den Meistermachern Hennes Weisweiler (1,75) und Udo Lattek (1,72).

In seinem Heimatland feiern ihn die Medien schon als neuen Guardiola. Favre selbst sagt zu dem Rummel: „Ich probiere jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, die Mannschaft individuell zu verbessern. Das ist mein Job.“ Und warnt alle Luftschloss-Bauer: „Ich weiß, dass es eine ganz schwere Saison wird.“

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