Interview mit Fohlen-Retter Lucien Favre.
Wie war die Wunder-Sause?
Ich habe nicht so viel gefeiert, sondern bis 4 Uhr im Hotel viel mit meiner Frau und Freunden geredet. Um 6.30 Uhr bin ich wieder aufgestanden.
War diese Relegation ihre bislang intensivste Erfahrung?
Der Druck war unglaublich. Der Titel-Kampf ist was ganz anders. Verliert man ein Spiel, ist man immer noch Zweiter. Das geht noch. Wenn es aber heißt 1. oder 2. Bundesliga – spürt man enormen Druck.
Wie lange brauchen Sie, um das abschütteln zu können?
Es ist noch nicht verdaut, es steckt noch im Körper.
Sie sind jetzt ein Retter!
Ach, wissen Sie, ich kenne das Geschäft. Im Moment heißt es, dass ich der beste Ausbilder der Welt bin. Ein Feuerwehrmann, ich bin besser als Guardiola – und morgen bin ich tot, verstehen Sie, was ich meine?
Was bedeutet ihnen der Klassenerhalt?
Das ist fast wie ein Titel.
Wie gut ist die Basis für die neue Saison?
Wir haben aus zwölf Spielen 20 Punkte geholt – und das in dieser Situation. Ich habe in dieser Phase kurzfristig gearbeitet, mit intensivem Training, vor allem taktisch, technisch und Kondition zusammen.
Nun haben sie mehr Zeit. Wird die Mannschaft noch besser?
Besser als 20 Punkte aus zwölf Spielen? Unmöglich! Unmöglich, es besser zu machen. Wir haben das Optimum rausgeholt. Die Mannschaft hat Qualität, aber wir müssen am Boden bleiben.
Was haben Sie nächste Saison mit Borussia vor?
Es wird einige Änderungen geben. Ich möchte aber nicht darüber sprechen. Die Situation ist die, dass wir in der Bundesliga bleiben. Nun können planen - auch das Trainingslager. Als Zweitligist hätten wir am 6. Juni anfangen - ein Wahnsinn! Jetzt geht es am 23. Juni los.
Kommen Sie zur Mitgliederversammlung?
Ich bin bis dahin in der Schweiz und komme am Sonntag zurück. Ich werde da sein, ich muss kommen.
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