Empfehlen | Drucken | Kontakt05.08.2011 - 22:08 Uhr

Fohlen-Coach im Interview: Favre: „Keine Träumereien: Es wird enorm schwer!“

Von ACHIM MÜLLER
Ist guter Dinge und ein Mann klarer Worte: Gladbachs Trainer Lucien Favre
Ist guter Dinge und ein Mann klarer Worte: Gladbachs Trainer Lucien Favre
Foto: dapd
Mönchengladbach –  

Bei Borussia brennen alle auf den Kracher-Start bei Rekordmeister Bayern München.

Auch wenn die Fohlen in unglaublichen 43 Versuchen nur ein einziges Mal (2:1 am 14. Oktober 1995) beim Rekordmeister gewinnen konnten, pilgern mindestens 10.000 Gladbach-Fans in die Allianz-Arena.

Das Motto: Ab in den Freistaat und anfeuern fürs Auftakt-Wunder.

Vor dem Klassiker sprach Fohlen-Flüsterer Lucien Favre über…

… die Chancen in München:

Ach, wissen Sie, Bayern ist für mich mit Dortmund und eventuell Leverkusen Favorit für den Meister-Titel. Das ist eine Top-Mannschaft. In Deutschland, in der ganzen Welt. Aber wir wollen unser Spiel machen. Wir sind auf alles vorbereitet. Wir haben zuletzt in der Bundesliga gezeigt, dass es wieder schwer ist, gegen Gladbach zu spielen.

… Bayerns Super-Flügel-Zange mit Robben und Ribery:

Das sind wirklich zwei Superspieler, sie sind extrem gefährlich. Jeder weiß das. Mal sehen, ob sie dabei sind. Dazu haben sie noch Müller, sie haben Kroos. Wir lassen uns was einfallen. Wir müssen nach vorne spielen.

… seinen Jungstar Marco Reus:

Ein unglaublicher Spieler! Er bleibt immer cool, auch im Abschluss. Seine Persönlichkeit ist sehr wichtig für uns, er bringt viel mit, hat eine tolle Ausstrahlung. Marco hat das Potenzial, noch besser zu werden. Das ist auch mein Job, ihn zu überzeugen, in welche Richtung er die nächsten Schritte macht. Er weiß das, wir haben darüber schon gesprochen.

… seinen Offensiv-Strategen Juan Arango:

„Ich habe einen sehr guten Eindruck von Juan, er ist frisch von der Copa América zurückgekommen. Er ist fit. Ich sehe das an seinem Gesicht, seiner Köpersprache.

… die neue Euphorie in Gladbach:

Wir können von dieser Euphorie profitieren. Die Mannschaft hat seit Mitte März sehr gut gespielt, das Optimum rausgeholt und den Abstieg vermieden. Aber wir müssen die Wahrheit sagen: Mehr geht nicht. Keine Träumereien. Wir sind nur 16. geworden. Wir müssen von Anfang an um jeden Punkt kämpfen.

… seinen 3. Platz bei der Wahl zum Trainer des Jahres:

Ich bin sehr zufrieden, das ist klar. Aber ich vergesse als Trainer nicht, dass du das alleine nicht erreichen kannst. Du brauchst eine gute Mannschaft, Trainerteam, Umfeld - alles muss stimmen.

… die Tatsache, dass Borussia keinen Stammspieler verloren hat:

Das ist sehr positiv, ein Signal! Wir haben keine fünf, sechs Auswechslungen, das Gerüst steht. Wir haben uns für viele junge Spieler entschieden. Sie brauchen Zeit, müssen ins System integriert werden und sich an das Tempo gewöhnen.

… sein Saisonziel:

Ich möchte nur eins sagen: Es wird enorm schwer.

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