Bei Borussia Mönchengladbach war er Spieler, beim HSV-Manager – und das jeweils überaus erfolgreich. Jetzt ist er total begeistert von der Leistung der Fohlen.
Das Interview mit dem 67-jährigen Günter Netzer vorm Duell am Freitag:
Das liegt in erster Linie am Trainer. Lucien Favre ist zwar kein Zauberer. Aber er hat ganz klare Vorstellungen vom Fußball, hat die bereits vorhandenen Qualitäten der Spieler freigelegt. Denn klar ist: Ohne gute Spieler funktioniert das nicht.
Er hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert und die Taktik verändert. Darauf sind die Spieler schnell angesprungen, konnten es sofort umsetzen. Sie haben zuvor immer unter Wert gespielt, wurden von Favres Vorgängern nicht gefordert.
Nachdem ich lange Jahre Depressionen wegen der Borussia hatte (lacht), reißt mich die jetzige Leistung vom Stuhl, ich bin hellauf begeistert. Aber der Vergleich kommt mir etwas zu früh. Wir haben damals über Jahre begeisternden Fußball gespielt – schon bevor wir Titel holten. Jetzt braucht die Borussia Kontinuität, sie muss alles bestätigen, sich stabilisieren.
Stimmt. Das ist jetzt die große Herausforderung. Gladbach muss mit dem Geld von Reus, der nicht 1:1 zu ersetzen ist, versuchen das vorhandene Niveau zu kompensieren. Während Reus nicht zu halten war, sehe ich das bei Neustädter und Dante, für den ich als Abwehrchef pure Bewunderung empfinde, anders. Es wäre sicherlich schlecht, alle Leistungsträger zu verlieren.
Ja, aber nur, wenn die anderen nicht aufpassen. Die derzeitige Leistung der Bayern ist für mich völlig unverständlich. Aber sie bleiben Favorit. Genau wie Dortmund, das mir sehr stabil scheint.
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