Empfehlen | Drucken | Kontakt21.02.2012 - 21:54 Uhr

EXPRESS-Interview: Netzer: "Diese Fohlen reißen mich vom Hocker"

Günther Netzer
Günther Netzer
Foto: dapd
Mönchengladbach –  

Bei Borussia Mönchengladbach war er Spieler, beim HSV-Manager – und das jeweils überaus erfolgreich. Jetzt ist er total begeistert von der Leistung der Fohlen.

Das Interview mit dem 67-jährigen Günter Netzer vorm Duell am Freitag:

Herr Netzer, vor einem Jahr verlor Gladbach mit 1:3 bei St. Pauli, war Letzter, ist jetzt Zweiter. Erklären Sie uns bitte das Wunder.

Das liegt in erster Linie am Trainer. Lucien Favre ist zwar kein Zauberer. Aber er hat ganz klare Vorstellungen vom Fußball, hat die bereits vorhandenen Qualitäten der Spieler freigelegt. Denn klar ist: Ohne gute Spieler funktioniert das nicht.

Wie hat er das geschafft?

Er hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert und die Taktik verändert. Darauf sind die Spieler schnell angesprungen, konnten es sofort umsetzen. Sie haben zuvor immer unter Wert gespielt, wurden von Favres Vorgängern nicht gefordert.

Der Gladbacher Fußball wird schon mit dem Ihrer sagenumwobenen Fohlenelf aus den 70er Jahren verglichen.

Nachdem ich lange Jahre Depressionen wegen der Borussia hatte (lacht), reißt mich die jetzige Leistung vom Stuhl, ich bin hellauf begeistert. Aber der Vergleich kommt mir etwas zu früh. Wir haben damals über Jahre begeisternden Fußball gespielt – schon bevor wir Titel holten. Jetzt braucht die Borussia Kontinuität, sie muss alles bestätigen, sich stabilisieren.

Gar nicht so einfach, wenn Leistungsträger wie Reus, Neustädter und wohl auch Dante gehen.

Stimmt. Das ist jetzt die große Herausforderung. Gladbach muss mit dem Geld von Reus, der nicht 1:1 zu ersetzen ist, versuchen das vorhandene Niveau zu kompensieren. Während Reus nicht zu halten war, sehe ich das bei Neustädter und Dante, für den ich als Abwehrchef pure Bewunderung empfinde, anders. Es wäre sicherlich schlecht, alle Leistungsträger zu verlieren.

Kann Gladbach tatsächlich Meister werden?

Ja, aber nur, wenn die anderen nicht aufpassen. Die derzeitige Leistung der Bayern ist für mich völlig unverständlich. Aber sie bleiben Favorit. Genau wie Dortmund, das mir sehr stabil scheint.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Mönchengladbach
Raffael wechselt wohl zum SSC Neapel.
Top-Angebot
Raffael: Neapel statt Gladbach

Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.

Peniel Mlapa wechselt aus Hoffenheim zur Borussia.
Zweiter Neuzugang
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim

Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.

Max Eberl präsentiert Neuzugang Granit Xhaka, der wie in Basel auch bei der Borussia die Nr. 34 tragen.
Neuzugang voller Tatendrang
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“

„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.

Fußball
Aktuelle Fußball-Tabellen
DIE NEUE FACEBOOK-SEITE
EXPRESS.DE on Facebook