Empfehlen | Drucken | Kontakt09.07.2011 - 11:02 Uhr

Levels' trauriger Abschied: Es tut sehr weh, aber ich gehe

Von ACHIM MÜLLER
Ur-Borusse Tobias Levels ist bei den Fohlen aussortiert. Nun sucht der 24-Jährige einen neuen Verein.
Ur-Borusse Tobias Levels ist bei den Fohlen aussortiert. Nun sucht der 24-Jährige einen neuen Verein.
Foto: imago
Mönchengladbach –  

Nur auf den ersten Blick wirkt Tobias Levels cool und gelassen. Wer dem Terrier tief in die Augen blickt, erkennt rasch, dass es innerlich ganz schön brodelt und kocht.

Seit 1999 ist Tobi bei Borussia, reifte vom Fohlen zum Profi, hat in Liga eins (83 Spiele/1 Tor) und zwei (27 Einsätze) seinen Mann für Gladbach gestanden. Der Vorzeigekämpfer hat bei den Fohlen eine ganze Reihe von Trainern und Spielern kommen und wieder gehen sehen.
Jetzt ist der 24-Jährige selbst auf dem Abstellgleis. Eiskalt ausrangiert - zusammen mit Mo Idrissou. Coach Lucien Favre will ein neues Team aufbauen - aber ohne die beiden. Bei den letzten Testspielen kam Levels schon gar nicht mehr zum Einsatz. Was dem Ur-Borussen sichtlich wehtut.

„Das ist schon traurig, aber so ist das Geschäft. Ich muss mir einen neuen Verein suchen. Ich bin ja nicht blöd, habe schon seit Monaten gemerkt, dass man hier nicht mehr mit mir plant. Aber ich denke, jeder hat mitbekommen, dass ich mich immer korrekt verhalten habe und der Mannschaft auf meine Art von außen geholfen habe“, sagt der Rechtsverteidiger mit ernster Stimme.

Einmal in Fahrt, hat Levels Mühe, seine Wut, den ganzen Frust, im Zaun zu behalten. „Natürlich habe ich noch einen Vertrag bis 2013. Aber was zählt das schon?“ Und: „Jeder weiß, wie sehr ich mit diesem Verein verbunden bin. Noch vor einiger Zeit stand ich als Kapitän auf dem Platz. Aber ich muss da jetzt mit leben. Es sind einige Dinge in diesem Klub gelaufen, die waren nicht okay. Mehr will aber nicht sagen.“

Am Samstag (15.30 Uhr), im Duell mit dem FC Aberdeen im Grenzlandstadion, darf Levels noch einmal das Trikot mit der Raute auf der Brust überstreifen. Die Scouts mehrerer Klubs, darunter aus der Premier League, wollen ihn beobachten.

„Ich darf deshalb eine Halbzeit spielen. Die Interessenten wollen mich sehen. Es werden wohl meine letzten 45 Minuten für Borussia sein.“ Der traurige Tobi weiter: „So schwer es mir fällt. Vielleicht ist es für meine Entwicklung ganz gut, sich bei einem anderen Verein noch einmal zu beweisen und weiterzuentwickeln.“

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