Trotz des Mönchengladbacher Höhenflugs hat Berti Vogts die Verantwortlichen der Borussia heftig krtisiert.
In einem Interview anlässlich seines 65. Geburtstags (am 30. Dezember) spricht der ehemalige Bundestrainer und Gladbacher Spieler von einem „Erfolg, den ganz allein Trainer Lucien Favre zu verantworten hat, der 20 Stunden am Tag nur für die Borussia arbeitet“.
„Vor ihm ziehe ich den Hut“, sagt Vogts über Favre. Und: „Wenn sich der Präsident und der Sportdirektor jetzt hinstellen und so tun, als sei diese Entwicklung ihr Verdienst, dann habe ich damit ein Problem.“
Vogts ist immer noch verärgert über einen Vorfall, als er noch im Aufsichtsrat des Klubs war. Berti: „Da habe ich es gewagt, bei einem Ausgabenposten von zwei Millionen Euro zu fragen: Wofür wird dieses Geld gebraucht? Die Antwort lautete: Das hat Sie nicht zu interessieren. Daraufhin bin ich sofort nach Hause gegangen.“
Seine Liebe zum Verein ist aber dadurch keinesfalls gebrochen. „Ich bin nach wie vor Borusse durch und durch, genau wie mein Sohn, das kann mir Präsident Königs nicht nehmen“, so Vogts. Er habe sich sogar zwei Jahreskarten gekauft. „Dann brauche ich mich nicht beim Präsidenten bedanken.“
Vogts hofft, dass Borussia Mönchengladbach dieses Saison mit einem Platz im internationalen Wettbewerb abschließt („Mit ein bisschen Glück ist die Europa League drin“).
Einmal in Fahrt, bekam auch der frühere DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sein fett weg. Der DFB-Boss habe nach der EM 1984 Vogts Ausarbeitungen über die Nachwuchsförderung ignoriert.
Vogts habe zusammen mit Bernd Pfaff die Jugendinternate in Frankreich und England besucht und seine Erkenntnisse dem DFB-Chef überreicht. Berti: „Aber für MV, das ist ja bekannt, war wichtiger, dass das Bier kalt und der Rotwein trocken war.“ Und es tue ihm weh, dass MV heute behauptet, nie etwas zum Thema Nachwuchsförderung bekommen zu haben.
Seine Trainerkarriere wolle er nach Erfüllung seines Vertrages als Nationalcoach von Aserbaidschan im Jahr 2014 beenden, betont Vogts. „Vielleicht werde ich später noch mal Berater irgendwo.“
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