Empfehlen | Drucken | Kontakt29.05.2011 - 21:32 Uhr

Macht-Übernahme gescheitert: Effe traute sich nicht mehr ans Rednerpult

Von AXEL STRÖTKER
Stefan Effenberg (r.) neben Georg Hendricks, Präsidiums-Kandidat der „Initiative Borussia“
Stefan Effenberg (r.) neben Georg Hendricks, Präsidiums-Kandidat der „Initiative Borussia“
Foto: dapd
Mönchengladbach –  

Die Nummer war so heiß, dass schon gleich zu Beginn das Chaos ausbrach. 4769 stimmberechtigte Mitglieder sorgten dafür, dass Borussias Jahreshauptversammlung erst mit 45 Minuten Verspätung beginnen konnte (EXPRESS berichtete im Liveticker).

Als endlich alle drin sind, erscheint auch einer der Hauptdarsteller: Stefan Effenberg, am Vorabend noch als Sky-Experte beim Champions-League-Finale in London, kommt im grauen Anzug.

Über 6000 Mitglieder erschienen zur mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung
Über 6000 Mitglieder erschienen zur mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung
Foto: Getty Images

Mit der Oppositionsgruppe „Initiative Borussia“ will er eine Satzungsänderung durchboxen, die es möglich macht, dass der Präsident in Zukunft von den Mitgliedern gewählt und nicht wie bis jetzt vom Aufsichtsrat bestellt wird.

Ziel: Klub-Alleinherrscher Rolf Königs soll gestürzt werden. Effe selbst strebt den Posten des Sportdirektors unter einem Präsidenten Horst Köppel an. Es wird eine herbe Schlappe für den Tiger!

Vorm Eingang bildeten sich riesige Schlangen
Vorm Eingang bildeten sich riesige Schlangen
Foto: Getty Images

Effenberg verzichtet, auch auf Anraten seines Mitstreiters Norbert Kox darauf, ans Rednerpult zu gehen. Stattdessen erklärt Initiative-Sprecher Friedhelm Plogmann den Antrag.

Effe hat gespürt, dass die Stimmung gegen ihn gekippt ist. Ein Redner hatte zuvor gesagt: „Effenberg beginnt mit E wie Eigentor und geht mit F wie Foul weiter.“ Ein anderer: „Die Raute im Herzen ist für Effenberg und Köppel die Rache im Herzen.“

Danach kommt es zur Abstimmung: Effe wird mit überwältigender Mehrheit abgeschmettert, befindet sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Stadion. Nur 335 Mitglieder stimmen für seinen Antrag, 4269 sind dagegen. Einige Fans singen in Richtung Initiative: „Ihr könnt nach Hause fahr’n!“

Video zum Thema

Trotz der erdrutschartigen Watsch’n gibt sich Effenberg als fairer Verlierer: „Ich habe ja mitbekommen, wie die Stimmung ist und dass die Mitglieder keine Veränderung wollen. Das akzeptiere ich natürlich. Ich habe dann bewusst keinen Wortbeitrag mehr geleistet, weil ich nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen wollte. Ich wünsche dem Verein jetzt in den nächsten Jahren sportlich alles Gute.“

Übrigens: Auch der Antrag, dass der Vizepräsident künftig von den Mitgliedern gewählt wird, wird abgeschmettert.

Bilder von der Jahreshauptversammlung
Bildergalerie ( 8 Bilder )
Effenberg auf der JHV
Bildergalerie ( 11 Bilder )
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