Empfehlen | Drucken | Kontakt03.05.2011 - 22:56 Uhr

Opposition formiert sich: Effe: Dieses Team soll Borussia-Boss Königs stürzen

Norbert Kox, Stefan Effenberg, Horst Köppel, Martin Schmuck und Georg Hendricks von der Initiative Borussia.
Norbert Kox, Stefan Effenberg, Horst Köppel, Martin Schmuck und Georg Hendricks von der Initiative Borussia.
Foto: Bongarts/Getty Images
Mönchengladbach –  

Neue Kampfansage, aber kaum neue Namen: Stefan Effenberg hat nur wenig Licht in das Schattenkabinett gebracht, mit dem er am 29. Mai die Vereinsspitze von Borussia Mönchengladbach stürzen will.

Der Frontmann der Oppositionsbewegung „Initiative Borussia“ und designierte Sportdirektor schickte am Dienstag den Wirtschaftsfachmann Georg Hendricks für das Amt des Vizepräsidenten ins Rennen, neuer Klubchef soll wie erwartet Ex-Trainer Horst Köppel werden.

Köppel: „Es wird frechen Fußball geben, der den Fans Spaß macht“

„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass fast alle Mitglieder mit mir der Meinung sind: Bei Borussia muss sich etwas Grundlegendes ändern. Nur mit dem Antrag der Initiative Borussia können die Fans eine positive Entwicklung in Gang setzen – und zwar jetzt“, sagte Köppel und versprach: „Wir bringen uns mit Herz und Verstand zu 100 Prozent Für Borussia ein. Mit uns wird es wieder einen erfolgreichen, frechen Fußball geben, der den Fans Spaß macht.“

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Gemeinsam mit Köppel will Effenberg als einer von drei angedachten Geschäftsführern (Sportdirektor, Vertragsangelegenheiten und Management, Finanzen) die neue sportliche Kompetenz der Borussia verkörpern. Effe: „Bei uns ist die Mannschaft der Star und nicht das Stadion. Talente müssen wieder Borussia als Ziel und Herausforderung erkennen - und nicht Mainz oder Aachen.“

Damit spielte er auf den Abgang von Youngstern wie Yunus Malli und Fabian Bäcker zum Saisonende an. Gleichzeitig bekräftigte der Ex-Nationalspieler, im Falle einer Wahl an Trainer Lucien Favre festhalten zu wollen.

Hendricks: „Borussia-Mitarbeiter sollen mit Freude zur Arbeit gehen“

Als neues Gesicht präsentierte die Initiative den Geschäftsmann Georg Hendricks (51), der seit 25 Jahren in der Wirtschaft tätig ist. „Ich kenne den Verein sehr gut und habe sehr viele Gespräche mit den Entscheidungsträgern geführt – immer ohne Erfolg. Viele nennen das beratungsresistent, für mich ist das selbstherrlich“, klagte Hendricks, der als Geschäftsführer den Auf- und Umbau von Unternehmensstrukturen zu seinen Kernkompetenzen zählt.

„Als Vizepräsident werde ich dafür sorgen, dass die Geschäftsführung gut beraten und seriös kontrolliert wird. Weil mein Herz seit 30 Jahren für Borussia schlägt, stehe ich dafür ein, dass der Mythos nicht unter einem Berg von Steinen begraben wird. Ich werde mich dafür einsetzen, dass künftig alle Mitarbeiter mit derselben Freude zur Arbeit gehen wie die Fans ins Stadion.“

Als Kandidaten für den künftigen Aufsichtsrat kündigte die Initiative „Persönlichkeiten, die für hohe fachliche Kompetenz und Unabhängigkeit stehen“ an. Zudem will die Initiative einen Sportbeirat mit Experten ins Leben rufen, der noch mehr Know-how und internationale Kontakte nach Mönchengladbach bringt.

Initiative will letzte Zweifel bei den Fans beseitigen

Zuvor war das Fanprojekt Mönchengladbach klar auf Distanz zur Initiative gegangen, da es den Verkauf von Vereinsanteilen fürchtet. Um letzte Zweifel aus dem Weg zu räumen, ließ die Initiative deshalb noch am Dienstag notariell beglaubigen, dass sie dies auf keinen Fall beabsichtigt.

Für die nötigen Satzungsänderungen braucht die Opposition Ende Mai eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder.

Klubchef Rolf Königs hatte zuletzt gelassen auf die bei vielen Fans umstrittene Initiative reagiert und erklärt, er sei bis 2013 gewählt und wolle auch so lange im Amt bleiben.

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