Empfehlen | Drucken | Kontakt28.11.2011 - 12:53 Uhr

Die Liga in Aufruhr: Macht Favre es wie Rehhagel 1998? Hoeneß hat Angst!

Von AXEL STRÖTKER und ACHIM MÜLLER
Lucien Favre wurde als Spieler 1985 Schweizer Meister mit Servette Genf, als Trainer 2006, 2007 mit dem FC Zürich. Mit Hertha BSC erreichte er 2009 die Europa League.
Lucien Favre wurde als Spieler 1985 Schweizer Meister mit Servette Genf, als Trainer 2006, 2007 mit dem FC Zürich. Mit Hertha BSC erreichte er 2009 die Europa League.
Foto: dapd
Mönchengladbach –  

3:0-Triumph in Köln nach der 5:0-Gala gegen Bremen. Die Fohlen im Tor-Rausch. Und mit einem Kombinations-Fußball, der die Fans verzückt und die Konkurrenten beeindruckt.

FC-Trainer Stale Solbakken erklärt Gladbach zur „derzeit besten deutschen Mannschaft.“

Werders Thomas Schaaf adelt Lucien Favre: „Mein Kollege leistet fantastische Arbeit und hat ein Team zusammen gestellt, das umsetzt was man braucht.“

Mini-Titan ter Stegen und Abwehrchef Dante machen hinten den Laden dicht. Neustädter und Nordtveit leiten überfallartige Konter ein, die Arango, Hanke, Herrmann oder Reus vollstrecken. 29 Punkte und 23:9 Tore nach 14 Partien: Besser startete Borussia zuletzt 1976 - auf dem Weg zur fünften Meisterschaft.

Der Sturmlauf weckt Erinnerungen - selbst Uli Hoeneß hat schon Angst. Der Bayern-Boss im aktuellen Sportstudio: „Seit Freitag habe ich das Gefühl, dass sich Borussia Mönchengladbach sehr stark stabilisiert und so ein Überraschungs-Team sein könnte, wie das schon öfters passiert ist. Wolfsburg vor zwei Jahren. Kaiserslautern mal.“

Der Hoeneß-Hammer. Er vergleicht die Fohlen mit den Sensations-Meistern von 2009 und 1998, traut dem alten Rivalen sogar den Titel zu.

Wie Fast-Absteiger Gladbach startete auch Otto Rehhagel 1997/1998 mit 1:0 bei Bayern und führte Aufsteiger Kaiserslautern zum Sensations-Titel. Für die Schale reichten 68 Punkte aus 34 Partien.
Wie Fast-Absteiger Gladbach startete auch Otto Rehhagel 1997/1998 mit 1:0 bei Bayern und führte Aufsteiger Kaiserslautern zum Sensations-Titel. Für die Schale reichten 68 Punkte aus 34 Partien.
Foto: Getty

Macht es „Hennes“ Favre so wie Otto Rehhagel? Beide entfachten mit ihren 1:0-Coups am ersten Spieltag bei Bayern eine Euphoriewelle. Aufsteiger FCK ritt darauf zur Schale.

„Der Sieg in München hat uns viel Selbstvertrauen gegeben“, sagt Favre. Vom Titel redet der Schweizer Meister (1985 als Spieler, 2006, 2007 als Trainer) nicht. „Es ist unseriös über so etwas zu sprechen.“

Hoeneß sieht das anders: „Man hat Gladbach gar nicht auf der Rechnung gehabt, weil sie letztes Jahr im Abstiegskampf waren und eigentlich an Weihnachten fast abgestiegen waren“, so der Bayern-Boss.

„Favre macht scheinbar einen Super-Job. Und Max Eberl, der junge Bursche, der ja aus München kommt, scheinbar auch.“ Hat denn Solbakken Recht, Herr Favre? „Er hat Ahnung von Fußball, aber übertreibt ein wenig.“

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