Die Fohlen feiern Tor-Joker Igor de Camargo. Dessen irren Hackentreffer zum 1:0 gegen Bochum machte aber erst Borussias Weitwurf-Wikinger Havard Nordtveit möglich.
Der Ball rollt nach 91 Minuten und 54 Sekunden ins Seitenaus. Die zwei Minuten Nachspielzeit sind abgelaufen. 50.000 Gladbacher stehen auf, peitschen Favres Aufholjäger nach vorne.
Um 92:05 schleudert der Norweger die Kugel zurück in den Strafraum. de Camargo köpft. Bochums Keeper Luthe wehrt ab. Arango flankt erneut vors Tor. Hanke verstolpert. de Camargo vollstreckt. Um 92:13 zappelt der Ball im Netz. Kreisch-Alarm im Party-Park. Aufgebrachte Bochumer stürmen auf Schiedsrichter Günter Perl los, fühlen sich um den Lohn ihrer guten Leistung betrogen.
„Handballer“ Havard wehrt die Gratulationen ab. „Es ist unglaublich, wie uns die Fans als 12. Mann zum Sieg schrien. Wir können uns nur bei ihnen bedanken.“
Und beim Weitwurf-Wikinger. „Ich konnte schon in Norwegen gut einwerfen. Bei Arsenal hat Arsene Wenger auf alle möglichen Details geachtet und mich immer wieder Einwürfe üben lassen“, verrät Nordtveit. Auch Lucien Favre fördert Havards Spezialität, studiert neben Ecken, Flanken und Freistößen immer wieder Einwürfe im Training ein. Dabei sagt er an, wer wo zum Verlängern steht und vor dem Tor lauert.
Der Fohlen-Flüsterer überlässt nichts dem Zufall, bespricht alle Details und übt sie intensiv. Mit Erfolg! Dieses verrückte Tor hebelt die Tür zur Rettung am Mittwoch im Relegations-Rückspiel ganz weit auf.
„Wir müssen hinten wieder kompakt stehen und bis zur letzten Sekunde kämpfen. Bochum agiert im eigenen Stadion offensiver, so dass wir zu unseren Chancen kommen und mehr Tore erzielen werden“, glaubt der Weitwurf-Wikinger Nordtveit fest an das Happy-End der großen Aufholjagd.
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim
Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.