Mutter Nadja sowie seine Schwestern Samia und Dina reisten extra aus Oberbilk an, um Mohamed Amsif (22) gegen Gladbach live im Stadion zu sehen.
Das EXPRESS-Interview mit dem gebürtigen Düsseldorfer im Augsburger Tor.
Nach dem Fingerbruch von Simon Jentzsch stehen Sie plötzlich im Rampenlicht.
Wenn mir jemand vor sechs Wochen gesagt hätte, Mo, du machst gegen Gladbach dein fünftes Bundesliga-Spiel, hätte ich ihn ausgelacht. Es ist schön so, wie es für mich sportlich gekommen ist. Ich habe gute Eindrücke hinterlassen und wir entwickeln uns – so kann es weitergehen. Wir müssen aber noch mehr punkten, um unten raus zu kommen.
Können Sie Gladbach stoppen?
Die haben einen überraschenden Lauf. Dominieren die Liga mit Ihrer Spielweise. Respekt und Hut ab!
Torjäger Reus fällt aus.
Man sollte Gladbach nicht nur auf Reus reduzieren. Die Truppe steht kompakt, geht mit mannschaftlicher Geschlossenheit die Spiele an. Sie können Marco ersetzen.
Kennen Sie Ihn?
Na, klar! Wir haben schon in der A-Jugend gegeneinander gespielt, er für Ahlen, ich für Schalke. Marco sollte eigentlich zu uns kommen.
Zu Schalke?
Ja. Wir waren zusammen in der Westfalen-Auswahl. Mein Vereinstrainer Norbert Elgert hat zu mir gesagt: Mo, der Reus ist ein feiner Techniker und würde uns weiter bringen. Rede mal mit ihm, ob er sich vorstellen könne, zu Schalke zu wechseln.
Und?
Marco hat mir damals gesagt, er fühle sich in Ahlen wohl.
Wie lange haben Sie für den DFB gespielt?
Bis zur U 20-Nationalmannschaft, auch mit Tony Jantschke.
Jetzt spielen Sie für Marokko?
Vor drei Wochen habe ich gegen Kamerun mein erstes Länderspiel gemacht.
Wie verständigen Sie sich?
Die amtliche Sprach dort ist arabisch. Meine Muttersprache ist berbisch. Ich habe Verwandte im hohen Atlasgebirge, in Gibraltar an der Grenze zu Spanien. Wir sind Berber-Marokkaner, sprechen eine andere Sprache als die Araber-Marokkaner. Im Nationalteam spreche ich englisch, mit Trainer Gerets deutsch.
Haben Sie ein Vorbild?
Olli Kahn! Ich habe mir verschiedene Qualitäten von ihm abgeschaut, seine Einstellung, seinen Charakter. Aber auch von Tim Wiese seine Dynamik und Sprungkraft. Von Manuel Neuer die Strafraumbeherrschung. Von Manu konnte ich fünf Jahre auf Schalke profitierten. Er beherrscht das moderne, schnelle Spiel. Ich habe meine eigene Torhüter-Philosophie.
Wie sieht die aus?
Von jedem etwas. Beidfüßig, modern, schnell. Mein alter Trainer hat immer gesagt: Die Schwächen verbessern und die Stärken noch besser zu machen.
Was halten Sie von ter Stegen?
Mit einem Wort? Stark! Auch mit dem Ball am Fuß. Marc spielt sehr gut mit, hat unheimlich viele Ballkontakte. Beim 3:0-Sieg in Köln ist mir aufgefallen, dass er viel angespielt wird. Der drischt den Ball nicht raus, sondern versucht spielerische Lösung zu finden. In die Tiefe. Nach außen. Klasse, mit welcher Gelassenheit er das macht.
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