Meisterschaft. Champions League. Pokalsieg. Europa League. Vier Wörter, die bei Borussia auf dem Index stehen.
Doch weil Lucien Favres Fohlen-Raketen nach dem 19. Spieltag mit 39 Punkten schon drei mehr als aus der gesamten letzten Saison auf dem Konto haben, bricht der erste Gladbacher dieses Tabu.
„Das Ziel ist der Nicht-Abstieg, der Traum ist Meister zu werden“, verkündete U 21-Nationalspieler Patrick Herrmann nach der grandiosen 3:0-Gala beim VfB Stuttgart.
Eine Ansage so forsch wie seine Traumpässe auf die Torschützen Marco Reus und Igor de Camargo. Mit insgesamt acht Vorlagen plus fünf Treffern bewirbt sich „Flaco“ darüber hinaus für die Beförderung in die Nationalelf.
Auch der ansonsten in Sachen Borussia so zurückhaltende Günter Netzer traut den Fohlen nach dem Raketen-Start in die Rückrunde den ganz großen Coup zu: „Die anderen müssen sie nun zunehmend ernster nehmen. Die Gladbacher gewinnen ihre Spiele und machen das Beste aus der Situation. Am Ende könnten auch sie Meister werden“, glaubt der Welt- und Europameister, der die Borussen als Spielmacher zu den ersten beiden Meister-Titeln geführt hatte. 1970 und 1977 hatte der VfL nach 19 Spieltagen übrigens 42 Punkte. 1971 und 1976 waren es 40. 1975 nur 37. Jetzt sind es 39. Favres Fohlen-Raketen galoppieren mit acht Punkten Vorsprung auf den Tabellenfünften Bremen auf Champions-League-Kurs und verzücken dabei Netzer.
„Wer Gladbachs Spiel in Stuttgart gesehen hat, kann ja gar nicht anders, als sich daran zu berauschen. Das Team vereint so viele positive Attribute des modernen Fußballs auf sich, und das Ganze wird auch noch gepaart mit einer Reihe von wirklich großartigen Spielern. Es ist eine pure Freude, ihnen zuzuschauen“, gerät die VfL-Legende ins Schwärmen und lobt den Baumeister der besten Abwehr der Liga: „In erster Linie ist es diese wunderbare Organisation der Mannschaft auf dem Platz, die Trainer Favre geschaffen hat. Es gibt eine Ordnung, die durch nichts zu erschüttern ist. Eine Ordnung, die in jeder Phase funktioniert. Es ist alles durchdacht“, beschreibt Netzer den neuen Stil der Fohlen-Raketen.
Zünden sie so wie in Stuttgart, nehmen immer mehr Meisterschaft, Champions-League und Pokalsieg in den Mund.
Raffael: Neapel statt Gladbach
Borussen-Coach Lucien Favre würde seinen ehemaligen Musterschüler Raffael nur zu gerne zu den Fohlen lotsen, aber daraus wird wohl nichts.
Gladbach holt Stürmer Mlapa aus Hoffenheim
Sportdirektor Max Eberl hat den deutschen U21-Nationalspieler Peniel Mlapa (21) von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der Stürmer erhält einen Vierjahresvertrag bis 2016.
Xhaka: „Borussia wichtiger als Olympia“
„Das ist Xhaka? Der ist ja supersüß!“ Als Rekord-Einkauf Granit Xhaka zur offiziellen Vorstellung im Borussia-Park vorfährt, geraten einige weibliche Fohlen-Fans gleich ins Schwärmen.