Auf dem Weg zur Titelverteidigung konnte Borussia Mönchengladbach auch kein Pfostenbruch stoppen. Unfassbar, aber im Spiel gegen Bremen geschah es am 3. April 1971.
Wie es passierte, erklärt „Verursacher“ Herbert Laumen im Interview.
Herr Laumen, wie war das mit dem Pfosten?
"Netzer flankte, es war kurz vor Schluss, und es stand 1:1. Wir mussten unbedingt gewinnen, weil wir im Duell mit Bayern standen. Ich bin mit Anlauf dem Ball nach, landete im Netz. Und als ich mich hochziehen wollte, krachte es plötzlich. Ich dachte: Was ist das? Und war gefangen wie ein Fisch."
Und dann?
"Für die Leute war es ein Spektakel. Einige, die schon gegangen waren, kamen zurück. Da war mir ein schönes Kunststück gelungen! Wir dachten, das Spiel würde wiederholt. Aber es wurde mit 0:2 gewertet."
Was hatte die Szene für Sie persönlich für Folgen?
"Dass ich fünfmal in sechs Jahren bester Torjäger der Borussia war und nach Jupp Heynckes die meisten Tore gemacht habe, weiß heute kaum einer. Ich bin für alle „der mit dem Pfosten“."
Eintracht Braunschweig 1973. Ein trostloser Absteiger. Sportlich kaum schlagzeilen-tauglich. Doch über keinen anderen Verein redete man in dieser (Spiel-)Zeit mehr!
Als erster Klub überhaupt machte die Eintracht mit Trikotwerbung Geld! Werbe-Pionier Günter Mast († 2011) brachte die Likörmarke Jägermeister auf die blau-gelbe Brust. Das sorgte für Zoff. Bernd Gersdorff (65), damals der Kapitän, erinnert sich!
Herr Gersdorff, was dachten Sie, als Sie erstmals von der Jägermeister-Idee hörten?
Nur Positives! Das war etwas völlig Neues. Bis dahin bestand die Werbung im Fußball nur aus Bandenwerbung und Durchsagen im Stadion.
Wie kam die Idee zustande?
Bei einer Bierrunde zwischen unserem damaligen Präsidenten Fricke und Mast. Beide verband eine Männerfreundschaft. Zack war die Idee geboren! Und Mast kämpfte um sie. Nach den DFB-Statuten war Trikotwerbung damals verboten. Doch Mast ließ sich nicht ins Bockshorn jagen. Er zog monatelang vor die Gerichte, das brachte ihm das öffentliche Interesse ein. Er landete in den Schlagzeilen und Tagesthemen. Und er setzte sich am Ende durch. Der Hirsch kam langfristig aufs Trikot. Und wir Spieler profitierten.
Inwiefern? Gab es keine dummen Sprüche von Gegenspielern wegen des Alkohols?
Nein, nie. Der Star war das Trikot. Wir freuten uns, dass wir auf einmal Klubanzüge und Freizeitklamotten bekamen. Nur der 1. FC Köln hatte das in dieser Zeit schon. Und Mast wurde immer fußball-verrückter. Weil ich der Kapitän war, landete ich jeden Montag eine Stunde lang bei ihm im Büro auf der Couch. Er wollte wissen, was es Neues gibt und heckte ständig neue Ideen aus.
Dennoch stieg die Truppe ab.
Das hatte aber nichts mit den Trikots zu tun. Das Jahr drauf stiegen wir auch wieder auf. Ich war nach meinem Intermezzo bei den Bayern in der Rückrunde wieder dabei und schoss die Eintracht hoch. Der Lohn: Mast spendierte 4000 Mark Prämie pro Nase. Und machte mich zu einem der ersten Plakat-Werbeträger des Fußballs. Eine geniale Aktion! Ich posierte im Trikot mit Jägermeister-Pulle, daneben der Slogan: „Ich trinke Jägermeister, weil er mir besser schmeckt als das Münchner Bier...“ Nur eins bedaure ich heute. Ich hab mir keines dieser geilen Trikots von damals aufgehoben...
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