Die Jüngsten mussten Bayer retten: André Schürrle (20) und Bernd Leno (19) sei Dank, dass sich Leverkusen Samstag zu einem 2:2 im Derby bei Borussia Mönchengladbach duselte.
Es war die 87. Minute, als Schürrle endlich sein erstes Bundesliga-Tor für Bayer gelang. Und was für ein Sehenswertes war es dazu. Sekunden vor Schluss rettete zudem Torwart Leno mit einer starken Parade nach einem Schuss von Reus das absolut schmeichelhafte Unentschieden.
Leno bekam bei der Rettungsaktion den Ball, den der Nationalspieler mit 106 km/h aus fünf Metern abgezogen hatte, mitten ins Gesicht, ging benommen zu Boden und konnte sich nach dem Abpfiff an die Aktion gar nicht mehr erinnern.
„Ich weiß nach dem Schuss nichts mehr und habe auf die Videowand geschaut, wie wir überhaupt gespielt haben“, sagte Leno.
Was für ein Teufelskerl! Mit ausgekugeltem Finger, einem Spezialhandschuh und einer Schmerztablette ging er in die Partie. Schon nach drei Minuten zog er sich bei einem Zusammenprall mit Reus eine Fleischwunde zu. „Das hat ganz schön geblutet“, erklärte Leno, der sich in Abwesenheit von René Adler immer mehr zum Glücksfall für Bayer entwickelt und dem man in jeder Minute anmerkt, dass er es liebt, in der Bundesliga zu spielen.
Glücklich und erlöst war auch Torschütze Schürrle. „Ich habe mir selbst Druck gemacht. Das Tor war eine riesige Erleichterung für mich“, atmete der Flügelspieler tief durch, der zuletzt in der Nationalmannschaft viel treffsicherer war. Leno und Schürrle waren aber die einzigen positiven Aspekte der Werkself, die einen völlig planlosen Auftritt hinlegte und in der Rückwärtsbewegung einen bundesligauntauglichen Eindruck machte.
23-mal schossen die guten Borussen auf das Gäste-Tor, alleine Marco Reus lief gefühlte zehnmal auf Leno zu, versenkte den Ball aber nur beim 1:1. „Das war wie Scheibenschießen“, war Bayers Klubchef Wolfgang Holzhäuser ehrlich, „wir haben das 2:2 Schürrle und Leno zu verdanken.“
Man fragt sich: Welchen Plan verfolgte Bayer? Die Leistung eines hoch veranlagten Teams war nach 25 ordentlichen Minuten unerklärlich schlecht. Man muss sich fragen: Hat Trainer Robin Dutt den Laden im Griff? Leverkusen fällt derzeit eher mit Disziplinlosigkeiten auf denn mit spektakulärem Fußball, den man von der Werkself gewohnt ist.
Tore: 0:1 Reinartz (20.), 1:1 Reus (65.), 2:1 Herrmann (72.), 2:2 Schürrle (87.).
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