Marco Reus reißt kurz beide Arme hoch, lässt dann ausgepumpt seine Hände in die Hüften fallen. Richtig durchschnaufen kann das Fohlen des Tages nach seinem Doppelpack zum 2:1 gegen Hannover nicht.
Es hagelt Glückwünsche von allen Seiten - auch von den Gästen. 96-Trainer Mirko Slomka: „Ein sehr gutes Spiel der Gladbacher Offensive, die uns immer wieder mit einem tollen Marco Reus in Schwierigkeiten gebracht hat. Wir wollten alle Chancen verhindern, aber das kann man nicht. Er hat zwei sehr schöne Tore geschossen.“
Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 2:1 (1:1)
Tore: 1:0 M. Reus (21.), 1:1 Pogatetz (26.), 2:1 M. Reus (51.)
Gelbe Karten: Keine - Stindl, Schmiedebach, Ya Konan
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (44. Brouwers), Dante, Daems - P. Herrmann, Neustädter (69. Thorben Marx), Nordtveit, Arango - M. Reus, Hanke (82. Bobadilla)
Zuschauer: 50.000
Zum 1:0 legt sich der Nationalspieler den Ball mit rechts auf links, trifft in die rechte Ecke: „Ich wollte den Ball in die Mitte spielen. Aber da war keiner so richtig. Dann habe ich einen kleinen Zwischenschritt gemacht und durch die Beine eines Verteidigers geschossen.“ Der ausgetrickste Pogatetz antwortet mit dem Ausgleich.
Doch Rakete Reus (feuert in seinen neuen roten Schuhen insgesamt acht Torschüsse ab) kann es auch anders, vollstreckt mit rechts flach in die linke Ecke. Das 2:1. Sein fünfter Saisontreffer – der rote Reus ballert Borussia zum Bayern-Besieger-Besieger.
Nur die Unruhestifter vom Rekordmeister, die am Fohlen-Juwel baggern, nerven Gladbach. „Ich finde das paradox“, poltert Borussias Manager Max Eberl. „Bayern soll sich auf das Finale der Champions League konzentrieren und nicht auf irgendwelche Spieler, die ihnen dieses Jahr sowieso nicht helfen können.“
Reus (Vertrag bis 2015) sagt zu den Lobeshymnen aus München: „Ist doch schön, oder? Das freut mich natürlich. Aber ich fühle mich wohl in Gladbach und konzentriere mich auf diesen Verein.“
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