Samstag der letzte Härteste gegen den FC Sunderland vor 15.000 Fans im Borussia-Park (15.30 Uhr), am Sonntag dann die Saisoneröffnung mit gut 60.000 Fans.
Borussia Mönchengladbach hofft auf eine weitaus ruhigere Saison als zuletzt. Abstiegsängste und Relegations-Stress soll es nicht wieder geben. Auch wenn es der Start am 7. August beim FC Bayern München in sich hat.
Sportdirektor Max Eberl spricht vor dem Auftakt im EXPRESS-Interview über Konkurrenz, Leistungsträger und die eigenen Wünsche.
Überraschen Sie die Fans am Sonntag noch mit einem Transfer-Coup?
Max Eberl: Es ist nichts geplant, wird werden niemanden mit Rauch oder großen Feierlichkeiten präsentieren. Wir haben heute das Spiel gegen Sunderland – der Härtetest für das Pokalspiel in Regensburg.
Trainer Lucien Favre soll angeblich unzufrieden mit der Transferpolitik sein.
Es gibt keine Reibereien, sondern normale Diskussionen. Das ist normal und in jeder Firma so. Es gibt eben Rahmenbedingungen, in denen sich jeder Klub bewegen muss.
Es heißt, Borussia sei finanziell klamm. Stimmt das?
Die Spieler die wir geholt haben, kann man nicht verpflichten, wenn man klamm ist. Wir verlieren keinen Stammspieler, sondern halten sie. Das wird ja oft unterschätzt, ist aber auch ein Erfolg.
Viele Klubs in der Liga halten sich mit großen Ausgaben zurück? Spüren Sie, dass Geld in der Branche knapper wird?
Ja, wenn ich beispielsweise Bremen, Schalke oder Hamburg sehe. 126 Millionen Euro sind bislang investiert worden, davon allein 46 Millionen durch die Bayern. Ich kann Reus für 20 Millionen Euro verkaufen, dann habe ich auch Geld – aber ich muss diese Qualität erst mal wiederfinden.
Leverkusen hat für viele Millionen Vidal verkauft. Kommt jetzt noch mal Bewegung in den Fall Dante?
Nein! Das ist kein großes Thema mehr. Wir haben unseren Kader stehen.
Marc-André ter Stegen gilt als das größte Torwart-Talent in Deutschland. Wann verlängern sie mit ihm?
Ich würde ihm gerne einen lebenslangen Vertrag geben. Momentan hat er einen Vertrag bis 2014. Wir werden uns nach der Transferperiode mit ihm unterhalten.
Ist Gladbach auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen 1. FC Köln?
Das wird die Liga zeigen. Fakt ist: Letztes Jahr hat Köln eine ruhigere Saison gespielt als wir, davor war es umgekehrt. Generell muss sich sagen, dass es acht bis zehn Mannschaft gibt, die finanziell andere Möglichkeiten haben. In diesem Punkt liegen wir mit dem FC durchaus auf Augenhöhe.
Was halten Sie von Stale Solbakken als neuem FC-Coach?
Ich habe ihn als Trainer in Dänemark oft beobachtet und muss sagen, da war immer ein Plan zu erkennen. Solche neuen Trainer befruchten die Liga und tun ihr bestimmt gut.
Zurück zur Borussia: Bleibt Filip Daems Kapitän - mit Oscar Wendt hat er einen Spieler im Nacken sitzen?
Ich weiß nicht, ob der Trainer das schon entschieden hat. Er hat den Mannschaftsrat festgelegt mit Daems, Stranzl, Dante, Heimeroth und Reus. Aus diesem Kreis geht der Kapitän hervor. Aber im Fußball ist es auch möglich, dass ein Kapitän mal verdrängt wird.
Der Druck in der letzten Zitter-Saison war enorm. Schlafen sie nun wieder besser?
Kein Mensch kann sagen, dass so etwas spurlos an ihm vorbeigeht. Es war eine harte Zeit, die Nächte waren kurz. Wichtig war, dass alle Leute im Klub zusammengehalten haben.
Was dürfen die Fans in der neuen Spielzeit von Borussia erwarten?
Niemand sollte von etwas utopischem Träumen. Wir wollen eine gute, solide Saison spielen. Das ist der Plan. Die 40 Punkte knacken und die Mannschaft weiter entwickeln.
Borussia muss am ersten Spieltag gleich zu den Bayern…
Vielleicht ist das ein Vorteil, es kann aber auch sein, dass du ordentlich eins auf die Mütze bekommst. Sie haben eine Mannschaft, da muss sich Europa warm anziehen.
Wie bewerten Sie das, was einige Bayern-Fans mit Manuel Neuer machen?
Man schüttelt nur noch den Kopf über das, was da abläuft. Manuel ist unser Nationaltorhüter. Als ich noch in München war, waren die Fans stolz, wenn sie die besten Spieler Deutschlands in der Mannschaft hatten. Und jetzt muss man sich dafür entschuldigen, den vielleicht besten Torhüter der Welt geholt zu haben. Da fehlen mir jegliche Worte.
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