Hallo Beatrice,
auch wenn du nicht unbedingt einen Rat für mich hast, bin ich irgendwie schon froh, einmal über meine sexuellen Probleme frei von der Leber weg reden (bzw. schreiben) zu können.
Ich bin 30 Jahre alt und war bis vor einem Jahr sexuell gesehen äußerst aktiv und vielseitig. Safer Sex + Pille und regelmäßige Bluttests versteht sich von selbst!
Ich hab oft und viel ausprobiert (verschiedene Hilfsmittel, BDSM, Roleplay, Sex im Freien, 3er und 4er, Männer wie Frauen als Partner, etc.). Häufig mit wechselnden Männern.
Ich hatte keinen festen Partner. Und ich muss sagen, ich hab diese Phase genossen, zumindest, was den Sex betrifft. Was mir fehlte, war ein fester Partner, der mir Sicherheit und Geborgenheit gab.
Mittlerweile habe ich einen festen Partner. Ein Traum von einem Mann. Gutaussehend, gebildet, älter und reifer. Und extrem verständnisvoll und auf mich bedacht.
Er weiß von meinem ausgiebigen Vorleben, hat aber selbst keinerlei Erfahrung, die über reinen "Blümchen-Sex" hinausgeht. Was per se nicht schlimm ist und ich ihm auch nicht als negativ anrechne. Irgendwie find ich das ja ganz süß.
Mein Problem liegt jetzt darin, dass ich mich aufgrund chronischer Erkrankung kräftemäßig nicht mehr in der Lage sehe, den aktiven Part beim Sex zu übernehmen, geschweige denn, ihn für diesen Part anzulernen oder dauernd von selbst die Initiative zu ergreifen.
Da er selbst von Spielzeugen keine Ahnung hat, fürchte ich, ich würde ihn überfordern, wenn ich ihn bitte, mich zu versklaven oder für schlechtes Verhalten zu bestrafen (das würde er ohnehin nicht über's Herz bringen, weil ich chronische Schmerzen habe). Rollenspiele und richtige Doktorspiele würde ich mir wünschen, aber ich fürchte, dass er nicht verstehen würde, dass ich mir manchmal wünsche, dass er mich dadurch auch von dem ganzen Kranksein und dauernd Medikamente ablenken und all dem... naja, dass er dem einen positiven Beigeschmack gibt.
Wir hatten am Anfang unserer Beziehung sehr oft Sex. Der mir auch gefallen hat - und es immer noch tut. Mittlerweile geht es mir gesundheitlich schlechter und ich fürchte, dass er Angst hat, mir unabsichtlich weh zu tun. Das passiert auch gelegentlich, aber ich hab deshalb noch nie abgebrochen, sondern im schlimmsten Fall einen Positionswechsel vorgenommen.
Es macht mir Spaß ihn zu reiten, aber ich hab nicht mehr genug Kraft in den Armen und Beinen, um das lange genug durchzuhalten.
Durch die Erkrankung hab ich auch nicht mehr genügend Gefühl im Intimbereich, um ihn wahrzunehmen. Daher hab ich Angst, ihm unabsichtlich Schmerzen zuzufügen, weil ich nicht merke, ob ich seinen Penis richtig in mir habe oder ob er rausrutscht und evtl. abknickt.
Einen vaginalen Orgasmus kann ich durch die Gefühlsstörungen auch nicht mehr bekommen. Und ich benötige wahnsinnig viel Gleitmittel. Zuviel für seinen Geschmack (es verursacht wohl auch Juckreiz bei ihm) - das hat er auch nur einmal angedeutet, akzeptiert es aber. Wozu die Klitoris gut ist, wissen leider auch nur mein Vibrator und ich.
Aber, um ehrlich zu sein, ist mir mein Orgasmus beim Sex völlig zweitrangig. Ich will, dass es ihm Spaß macht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es einem Mann wirklich Freude bereitet, wenn die Frau rein körperlich zu kaum mehr Stellungen in der Lage ist als alles, was auf dem Rücken oder auf dem Bauch liegen beinhaltet.
Ich würde ihm auch gerne den Gefallen tun und mal etwas angehen, was ihm gefällt. Aber er kann mir nicht mal sagen, was er an Spielzeug gut finden würde oder ob er einen Fetisch hat oder... Er weiß es nicht, weil er zu unbedarft ist. So sagt er. Und meine Frage, ob er mit in einen Sexshop gehen möchte, hat er unbeantwortet im Raum stehen lassen - also gehe ich davon aus, dass er darüber nicht reden möchte, geschweige denn mit will.
Also wird es wohl an mir liegen, in den nächstbesten Shop zu gehen und etwas mitzubringen, was einem Mann evtl. gefallen könnte.
Ich hab nur nicht mehr die Kraft für den aktiven Part in längeren Sessions. Keine Ahnung, ob ich ihm in der kurzen Zeit, die ich aktiv sein kann, überhaupt zeigen kann, wie etwas funktioniert und dass es Freude machen kann. Und ihn so überhaupt zum Orgasmus bringen kann.
Vielleicht sollte ich ihm einfach nur ein Buch schenken...? SM-Handbuch, Bondage und einen Katalog vom Sex-Shop?
Klingt bescheuert, oder? Und ihm ein paar Sex-Geschichten zum Lesen geben?
Ein erfülltes Sexleben hilft jedenfalls, besser mit Behinderung, Krankheit und Schmerzen auszukommen...
Liebe Grüße
NN (30)
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Liebe NN,
Du fragst:
„Vielleicht sollte ich ihm einfach nur ein Buch schenken...? SM-Handbuch, Bondage und einen Katalog vom Sex-Shop? ... Und ihm ein paar Sex-Geschichten zum Lesen geben?“
Nein, weder noch - das ist doch alles viel zu heavy für ihn! Du musst ihn langsam und in ganz kleinen Schritten an ein experimentierfreudigeres Sexleben heranführen. Mit einem Buch, das zwar über Blümchensex hinausgeht, aber sich noch in einem „normalen“ Rahmen bewegt. Empfehlenswert wäre hier definitiv mein eigenes Buch „Sex für Faule und Gestresste“, wie auch einige andere „ganz normale“ Sexratgeber.
Du kannst und solltest ihm sagen, dass du ihn sexuell gern aktiver hättest - aber du darfst ihn auf keinen Fall überfordern. Es wäre besser, er holt sich Ideen und sucht das aus, was er sich zutraut.
Ferner rate ich dir, so schnell wie möglich ein Gleitgel auf Silikonbasis zu besorgen (z.B. von Eros oder pjur). Viele Gleitgels auf Wasserbasis machen bei manchen Leuten Juckreiz, dies ist bei Silikon-Gleitgels in der Regel nicht der Fall.
Ferner hätte ich eine Frage an dich:
Würdest du mir verraten, welche Krankheit du hast, seit wann sie begann und warum, und welche Medikamente du nimmst?
Und: Wie alt ist dein Freund?
Herzlichst
Beatrice Poschenrieder
(Anmerkung: Sie hat meine Fragen nie beantwortet.)
Ich kann meine Sexualität nicht ausleben. Er wird immer dicker, wir haben kaum noch Sex. Meine Freundin bremst mich beim Sex. Wie mache ich ihm klar, dass ich ein Vorspiel will. Ich liege dann da wie ein Stück Fleisch, über das sich mein Freund hermacht. Die Gründe, warum es in einer Beziehung nicht mehr läuft, können vielfältig sein. In der Rubrik Lustlos wird dem auf den Grund gegangen. Mit welchen Stellungen kann der Lustverlust überwunden werden? Hilft die Selbstbefriedigung vielleicht?
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Seit 4 Jahren führe ich mit meinen Freund eine Beziehung, die sexuell sehr unbefriedigend für mich ist. Ich liebe meinen Freund sehr und es gibt durchaus Bereiche, in denen wir uns gut verstehen. (Margit, 34)
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Ich finde mein Sexleben in den letzten zwei bis drei Monaten langweilig und sehr monoton und auch kaum mehr richtig befriedigend. (Tommy, 26)