Die Suche nach dem Schuldigen für das grausame Todes-Drama der Duisburger Loveparade geht weiter. Auf einer Pressekonferenz wurden die Fakten der Tragödie zusammengefasst, immer neue Details kommen ans Licht.
Die aktuellen Neuigkeiten in Kürze:
• Alle 19 Todesopfer wurden inzwischen identifiziert. Die Toten waren zwischen 20 und 40 Jahre alt. Elf von ihnen stammen aus Deutschland, eine Frau aus Düsseldorf. Die weiteren Opfer kamen aus Australien, den Niederlanden, Italien, Bosnien-Herzegowina und Spanien. Bei den Toten handelt es sich um elf Frauen und acht Männer.
• Die Staatsanwaltschaft hat ein Untersuchungsverfahren eingeleitet. Nach bisherigem Stand sind mindestens zwei Strafanzeigen gegen unbekannt wegen fahrlässiger Tötung gestellt worden. Die Veranstalter haben sämtliche Planungs-Unterlagen weitergeleitet.
• Aus Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen wird die Loveparade NIE WIEDER stattfinden.
Die PK fand in hitziger Atmosphäre statt. Duisburgs OB Adolf Sauerland, Loveparade-Chef Rainer Schaller, Sicherheits-Dezernent Wolfgang Rabe und Polizeisprecher Detlef von Schmeling konnten auf viele der Fragen nicht konkret antworten. Immer wieder verwiesen sie hilflos auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Polizeisprecher von Schmeling bestätigte vorherige Aussagen, dass das Gelände „zu keinem Zeitpunkt“ überfüllt gewesen sei: „Die Angaben von 1,4 Millionen Zuschauern kann ich NICHT bestätigen.“
Seiner Aussage nach seien gegen 14 Uhr nur 105.000 bis 150.000 Raver auf dem alten Güterbahnhof in Duisburg gewesen. Dieser kann laut von Schmeling bis zu 350.000 Menschen fassen. Das Todes-Drama spielte sich allerdings etwa drei Stunden später ab - in der Zwischenzeit waren immer mehr Leute zugeströmt.
Doch warum wurde der Einlass über den Todes-Tunnel dann zwischenzeitlich geschlossen? Und wer veranlasste, dass keine nachrückenden Menschen auf das Gelände durften?
Von Schmeling verwies hier erneut auf die laufenden Ermittlungen. Niemand weiß, wer Schuld hat. Der Zugang zum Gelände sei zu keinem Zeitpunkt gesperrt gewesen. Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens hat es nach Informationen von Schmeling durchaus noch Bewegungsmöglichkeiten auf der Rampe gegeben.
„Es liegen keine Erkenntnisse vor, nach denen es einen so großen Druck auf den Tunnel gegeben hat, dass es zu diesem Unglück kommen musste“, sagte von Schmeling.
Er bestätigte aber, dass der Tunnel der einzige Zu- und Abgang des Geländes gewesen ist. „Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks haben wir aber alle Entfluchtungswege geöffnet.“
Möglicherweise können Aufnahmen von Überwachungskameras Aufschluss über die Vorgänge vor dem Tunnel geben. Der Veranstalter bestätigte, dass Kameras installiert wurden, die Aufnahmen konnten aber noch nicht ausgewertet werden. Die Polizei hat Aufzeichnungen aus Hubschraubern gemacht.
Konkreter wurde es bei der Frage nach den Opfern der Tragödie. Die offizielle Totenzahl wurde auf 19 gehoben. 16 Menschen starben vor Ort, drei weitere erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die Zahl der Verletzten wurde inzwischen auf 340 beziffert. genauere Details zur Schwere der Verletzungen liegen nicht vor - weiterhin hat niemand den genauen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe.
Sicherheits-Dezernent Wolfgang Rabe: „Alle 16 vor Ort Verstorbenen wurden auf der Westseite des Tunnels gefunden. 14 davon vor der ungesicherten Not-Treppe, zwei weitere vor einer Plakatwand.“
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland sagte: „Die Fragen nach dem 'Warum' sind berechtigt. Aber wir müssen den Ermittlern die nötige Zeit geben, den Fall komplett auszuwerten.“
Lediglich der Cheforganisator der Kulturhauptstadt „Ruhr.2010“, Fritz Pleitgen, fühlt sich nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg mit in der Verantwortung. „Ganz klar fühle ich mich auch mitverantwortlich, aber eher im moralischen Sinne“, sagte Pleitgen Samstagnacht im ZDF.
Die Loveparade sei ein „erprobtes Format“. „Es ist uns angeboten worden als Projekt für die Kulturhauptstadt. Wir haben das angenommen, aber wir sind weder finanziell noch organisatorisch beteiligt.“ Er trage aber „schwer“ daran.
Maren (20): „Damals hätten wir Trost gebraucht“
Die Mega-Party, die zur Katastrophe wurde: Am 24. Juli ist es ein Jahr her, dass 21 Menschen während der Loveparade in dem Massenandrang zerquetscht oder totgetrampelt wurden.
Adolf Sauerland: Ich habe Fehler gemacht
Im Weihnachtsgrußwort an seine Bürger hat Duisburgs OB Adolf Sauerland um Entschuldigung für sein Verhalten nach der Loveparade gebeten. Er räumte Fehler ein.
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Unter ihnen 30 Düsseldorfer Feuerwehrleute. Zwei von ihnen hat Bundespräsident Christian Wulff jetzt für ihren Einsatz ausgezeichnet.

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